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Thema Brennstoffzellen vom 28.09.2009 @ 16:02:10 CEST


Bekenntnis zu Wasserstoff und Brennstoffzelle


Das Interesse war groß und die Resonanz positiv. Zahlreiche Wirtschafts- und Pressevertreter fanden sich am 10. September in Berlins Mitte ein und waren Zeugen, wie Dr. Dieter Zetsche, Vorsitzender des Vorstandes der Daimler AG, als Chauffeur für den ehemaligen Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee fungierte und ihn im nagelneuen B-Klasse F-CELL zur Pressekonferenz fuhr. Dort warteten bereits die Firmen-Chefs der beteiligten Mineralölwirtschaft (Shell Deutschland Oil, OMV Deutschland, Total Deutschland) sowie der Energie- (EnBW, Vattenfall Europe) und Gasversorger (Linde), die gemeinsam die benötige flächendeckende Wasserstoffinfrastruktur bis zum Jahr 2015 aufbauen wollen…

Drinnen begrüßte Dr. Klaus Bonhoff, Vorsitzender der Geschäftsführung der NOW GmbH, alle Anwesenden und sagte: „Heute ist ein wichtiger Tag für die Gestaltung einer nachhaltigen Mobilität“, wobei er ausdrücklich den Unternehmen Daimler und Linde dankte, die vor einigen Monaten die Initiative ergriffen hatten, um sowohl Automobilisten als auch Versorger mit in ein Boot zu holen. Aus Sicht aller Beteiligten können die großen bevorstehenden Aufgaben nur gemeinsam gemeistert werden, so dass sich Zetsche als Automobilist im Kreise der Energieversorger in einer Art Moderatorenrolle für diese Initiative einsetzte.

Der Bundesverkehrsminister sprach vor diesem Hintergrund von einem „historischen Tag“ und einer „Zeitenwende im Verkehrsbereich.“ Angesichts des Memorandum of Unterstandings (MoU), das an diesem Tag unterzeichnet wurde, erklärte er: „Dies ist nur ein kleines Papier, aber es ist ein großer Schritt, den wir mit der Unterzeichnung dieses Papiers gehen.“ Tiefensee zeigte sich hoch erfreut darüber, dass Deutschland im Wasserstoff- und Brennstoffzellensektor den Takt angibt und sagte: „Wir ernten heute bereits die Früchte von dem 2006 aufgelegten Nationalen Innovationsprogramm (NIP).“ Er stellte weiterhin fest: „Wir können auf Wasserstoff als Energiespeicher nicht verzichten.“ Dem stimmte auch Dr. Wolfgang Reitzle, Vorstandsvorsitzender der Linde AG, zu, indem er sagte: „Wir haben einen Vorsprung, den sollten wir nicht verspielen.“

Beim Thema Elektromobilität waren sich alle Anwesenden einig, dass dieser Sektor sowohl die Batterie- als auch die Brennstoffzellentechnologie beinhaltet. Hans-Peter Villis, Vorsitzender des Vorstands der EnBW AG betonte, dass sein Unternehmen beide Bereiche fördern werde und konstatierte: „Es geht letztlich nur um eine Frage: ‚Wie lassen sich Mobilität und Nachhaltigkeit miteinander vereinbaren.’“ Auch Dr. Peter Blauwhoff, Geschäftsführer der Shell Deutschland Oil GmbH, stellte fest, dass es zukünftig keine allein glücklich machende Antriebsart mehr geben werde und sagte: „Wir werden eine erhebliche Diversifizierung der Kraftstoffe erleben.“

Die unterzeichnete Absichtserklärung mit dem Projekttitel H2-Mobility beinhaltet den Aufbau eines engmaschigen Wasserstofftankstellennetzes bis zum Jahr 2015 und umfasst zwei Phasen: Zunächst geht es bis Ende 2011 um die Weiterentwicklung und Bewertung der Technik, wozu auch die Installation von zehn bis 25 zusätzlichen H2-Stationen zählt, die aus Mittel des Konjunkturpakets II der Bundesregierung sowie weiterer Landesprogramme gefördert wird. Anschließend soll – im Fall einer positiven Konzeptentwicklung – von den Ballungszentren ausgehen der Infrastrukturausbau e

rfolgen. Deutschland soll hierbei die Rolle einer Keimzelle zukommen, von der aus das Netzwerk europaweit ausgebreitet wird.

Seitens der Fahrzeughersteller hieß es, aktuelle Demonstrationsprojekte hätten die technische Machbarkeit der Herstellung, der Lagerung, des Transports und des Betriebs zur Nutzung von Wasserstoff als Energieträger unter Beweis gestellt. Die beteiligten Automobilfirmen Daimler, Ford, GM/Opel, Honda, Hyundai, Kia, Nissan, Renault und Toyota erklärten, dass sie eine nennenswerte Zahl von Brennstoffzellenfahrzeugen ab 2015 auf dem Markt anbieten werden. Mit der Nennung einer konkreten Zahl taten sie sich jedoch nach wie vor schwer. Dazu hieß es in einer Daimler-Meldung wörtlich: „Die Schätzungen gehen ab dann über den Lebenszyklus verteilt weltweit von einigen hunderttausend Stück aus.“ Auf Nachfrage konkretisierte Zetsche diese Aussage, dass 100.000 Fahrzeuge nicht pro Jahr produziert würden, sondern über die gesamte Laufzeit des jeweiligen Modells, die rund sechs Jahre betragen kann. Er erklärte weiterhin: „Wir gehen in unserem Haus für 2015 von einer fünfstelligen Jahresproduktion als Rechengrundlage aus.“


Autor: Sven Geitmann


Schlagworte:
Infos H2-Mobility, Elektromobiltät in Europa, Nachhaltigkeit und Mobilität, Wasserstoff als Energiespeicher, Aufbau des Wasserstofftankstellennetzes, H2-Stationen, Nachhaltigkeit von Brennstoffzelle,

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