Thema Windenergie vom 17.09.2009 @ 17:41:04 CEST
Größter Windpark Afrikas ensteht in Kenia
n Kenia soll der größte Windpark von ganz Afrika entstehen. Verantwortlich dafür ist das so genannte LTWP-Projekt, wobei das Kürzel für Lake Turkana Wind Power steht. Insgesamt 300 Megawatt Strom sollen die 365 Windkrafträder produzieren, die bis 2012 aufgestellt werden.
Damit wäre fast ein Drittel der Stromproduktion erreicht, die ein mittelgroßes Kernkraftwerk produziert. Die Kosten liegen mit 881 Millionen Dollar ebenfalls im obersten Bereich und werden nur zum Teil durch private Investoren gefördert. Ein anderer Teil der finanziellen Mittel stammt von der Afrikanischen Entwicklungsbank.
Kenia baut damit seinen Anteil an erneuerbaren Energien noch weiter aus, obwohl dieser aufgrund der seit Jahren genutzten Wasserkraft ohnehin schon sehr hoch ist. Diese produziert schließlich 75 Prozent der elektrischen Energie. Im Rift Valley, einer Region, die viele Vulkane beinhaltet, wurden zusätzlich zahlreiche geothermische Kraftwerke gebaut, die insgesamt bereits elf Prozent von Kenias Stromproduktion ausmachen. Zusätzlich werden jetzt die Windkraftanlagen aufgebaut. Fraglich ist lediglich, warum die Sonnenenergie noch nicht genu
tzt wird, denn diese hätte in Kenia ein nahezu unerschöpfliches Potenzial.
Problematisch im Land ist jedoch, dass gerade einmal 20 Prozent der Einwohner an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sind. Die Wasserkraft, die jahrelang gute Dienste leistete, ist heute nicht mehr zuverlässig. Erst kürzlich musste das größte Wasserkraftwerk Kenias geschlossen werden, der Grund: Niedrigwasser. Und das, obwohl die Wasserkraft Kenia über viele Jahre hinweg mit Strom versorgen sollte.
Ähnlich problematisch sehen Klimaforscher und andere Experten die Sache mit den Windparks. Auch wenn der größte Windpark recht günstig angelegt werden soll, also an einer Stelle, an der sehr viel Wind weht, gehen sie davon aus, dass sich die Windstärken in der Zukunft deutlich verringern werden. Von daher sollte wohl überlegt werden, so die Experten, ob Investitionen dieser Größenordnung nicht in andere Energiequellen gesteckt werden sollten.
Zwar weht der Wind derzeit noch mit elf Meter je Sekunde, im Vergleich: An der Nordseeküste in Deutschland liegen die Windstärken bei fünf bis sechs Meter je Sekunde, doch kann sich diese Stärke aufgrund des Klimawandels schnell verändern.
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