 | Thema Bioenergie/ Biomasse vom 18.08.2009 @ 13:02:06 CEST
Kleinst-Biogasanlagen als Entwicklungshilfe für Tansania
An der Uni von Hohenheim haben sich die Studenten der Studienrichtung Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Es soll eine Kleinst- Biogasanlage entwickelt werden, die die Haushalte in Tansania mit Strom versorgen soll.
Das Projekt wurde vom Verein Ingenieure ohne Grenzen e.V. in Zusammenarbeit mit der Uni ins Leben gerufen. Unterstützt wird das Ganze von der BayWa-Stiftung, die sich mit 5.000 Euro beteiligt.
Das Ziel in diesem Projekt ist es, Kleinst-Biogasanlagen zu bauen, die auch langfristig in Tansania betrieben werden können. Hierzu wird der Prototyp in einem Gewächshaus aufgestellt, so dass die klimatischen Bedingungen möglichst exakt nachgestellt werden können. Eine schwierige Aufgabe besteht darin, dass die Kleinst-Biogasanlagen nur mit Materialien hergestellt werden dürfen, die in Tansania auch vorhanden sind. Außerdem dürfen die Materialkosten nicht mehr als 400 US-Dollar betragen.
Weiterhin sollen die Wartungs- und Betriebskosten so gering wie
nur irgend möglich gehalten werden. Ab August 2009 nehmen die Studenten ihre Arbeit an diesem Projekt auf. Ziel ist es, im Frühjahr 2010 bereits den ersten Prototyp fertig gestellt zu haben, der in Tansania dann nachgebaut werden soll.
Die Betreuung vor Ort übernimmt der Verein Ingenieure ohne Grenzen e.V. gemeinsam mit der örtlichen Partnerorganisation, dem MAVUNO Project. Diese soll vor Ort dann auch die Bevölkerung schulen, was den Aufbau und die Wartung der Kleinst-Biogasanlagen angeht.
Schwierig ist dieses Projekt in jedem Fall, denn etwas Ähnliches wurde schon einmal versucht, allerdings ohne Erfolg. Zudem sind die geringen Kosten und der Wartungsaufwand zu beachten. Doch wenn es klappt und die Studenten und ihre Professoren einen funktionierenden Prototyp bauen können, steht für die Menschen in Tansania ein gewaltiger Fortschritt an. Derzeit gibt es keinen Stromanschluss, gekocht wird mit Brennholz, was auf kilometerlangen Märschen zusammen gesucht werden muss. Beim Abbrennen entstehen Rauchgase, die für die Gesundheit gefährlich sind. Für die Menschen in Tansania wäre ein positiver Abschluss dieses Projekts ein großer Schritt in die richtige Richtung.
Schlagworte: Kleinst-Biogasanlagen Prototyp, Biogas, Biomasse, Biogas Betriebskosten, Biogasanlagen Wartungskosten
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