Thema Brennstoffzellen vom 07.07.2009 @ 16:27:26 CEST
Saubere Energieversorgung in die Schifffahrt
e4ships, SchiBZ, Pa-X-ell, HyFerry – diese Wortkonstrukte stehen für eine sauber Zukunft im maritimen Transportsektor. So haben es sich jedenfalls die vielen Projektpartner vorgestellt, die sich am 1. Juli 2009 in Rostock Warnemünde zur Auftaktveranstaltung des insgesamt dritten Leuchtturmprojektes aus dem Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff und Brennstoffzellen (NIP) auf der AIDAluna versammelten.
In insgesamt drei Teilprojekten nimmt ein großes Firmenkonsortium eine effiziente, leise und schadstofffreie Energieversorgung für Schiffe mittels Brennstoffzellen in Angriff… Vor vielen Jahrzehnten war die Schifffahrt schon mal völlig emissionsfrei. Das war noch zu Zeiten hölzerner Segelschiffe. Damals kam der Urahn von Bernard Meyer, dem Geschäftsführer der Meyer Werft, auf die Idee, Eisenschiffe zu bauen, was größtenteils auf unverhohlene Skepsis stieß. Ein Kritiker ergriff damals eine Eisenstange, warf diese ins Wasser und fragte provozierend: „Und darauf willst Du Schiffe bauen?“
Ähnlich schwierig gestaltet sich heutzutage die Einführung innovativer Technologien in traditionellen Industriebranchen. Dies hält aber die e4ships-Projektpartner nicht davon ab, für die Einführung von Brennstoffzellensystemen im maritimen Transportsektor zu kämpfen. e4ships steht für „energy for ships“ (engl.: Energie für Schiffe). Gemeint ist damit saubere Energie für die Schiffe von morgen. Der Grundgedanke, der sich hinter diesem Projektnamen verbirgt, ist die Energieversorgung verschiedener Schiffstypen mit Wasserstoff anstelle von Schweröl, um zukünftig einen sehr viel emissionsärmeren Betrieb als bisher sicherstellen zu können.
Im Rahmen dreier Teilprojekte, die alle vom Bund mit Millionen-Euro-Beträgen gefördert werden, soll in den nächsten Jahren der Einsatz von Brennstoffzellen auf dem Wasser getestet werden. Bei dem Projekt HyFerry (Hy: Kurzform für hydrogen, engl.: Wasserstoff) soll eine Autofähre konstruiert werden, die von fünf Brennstoffzellensystemen der Firma Proton Motors angetrieben wird und zwischen dem ostfriesischen Festland (Neuherlingersiel) und Spiekeroog verkehren soll. Außerdem soll für diese Fähre eine Tankstelle aufgebaut werden, für die sauberer mit Hilfe von Windenergie erzeugter Wasserstoff verwendet wird.
Der Name SchiBZ steht für „Schiffe mit Brennstoffzelle“ und steht für ein Projekt, bei dem hochseetaugliche Mega-Yachten und Spezialschiffe mit diesen Energiewandlern der Zukunft sowie einer Dieselreformierung ausgestattet werden. Hintergrund ist das gute Betriebsverhalten von Brennstoffzellen, da sie weder Geräusche noch Schadstoffe abgeben, weder ins Wasser noch an die Luft. Diese Eigenschaft kommt wohlhabenden Yachtbesitzern sehr entgegen, die nur ungern an ihren Ankerplätzen in malerischen Lagunen von Dieselgestank und Motorengetöse gestört werden.
Das dritte Teilprojekt Pa-X-ell befasst sich mit Kreuzfahrtschiffen wie der
AIDAluna und steht für „Brennstoffzelle in Passagierschiffen“. Zunächst soll ein passendes Brennstoffzellenmodul entwickelt und an Bord sowohl bei der Strom- als auch bei der Wärmeerzeugung erprobt werden. Im Laufe des mehrjährigen Projekts soll die Systemanzahl dann zunächst auf drei und später auf über zehn erhöht werden.
Rund 100 Vertreter aus Politik und Wirtschaft hatten sich auf der AIDAluna versammelt, wo Karin Roth, die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), den Startschuss für das bis 2016 laufende Leuchtturmprojekt e4ships gab. „Neben Autos und Flugzeugen müssen auch Schiffe sauberer werden. Die Brennstoffzelle ist heute schon eine echte Alternative, um insbesondere in unseren Häfen Emissionen und Energie in beachtlicher Größenordnung einzusparen. Deutschland ist bei der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie führend in Europa. Diesen Vorsprung wollen wir ausbauen. Innovative Antriebe und effiziente Energieversorgung bieten für den deutschen Schiffbau die Chance, zukunftsfähige Arbeitsplätze zu sichern. Mit e4ships setzten wir international Standards.“
Autor: Sven Geitmann
Schlagworte: Schiffe mit Brennstoffzellen, moderne Schiffsantriebe, Innovationen in der Schifffahrt, Brennstoffzellen in der Praxis, saubere Energieversorgung durch Brennstoffzellen
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