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 | Thema Wasserstoff vom 27.05.2009 @ 16:52:14 CEST
Zukunftsweisendes Hybridkraftwerk
Merkel und Platzeck bei Grundsteinlegung in Prenzlau
Während sich der Großteil der deutschen Wasserstoffbranche
Ende April auf der Hannover Messe versammelte, hat die
Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Uckermark den Grundstein
für ein zukunftsweisendes Projekt gelegt: das weltweit erste
industrielle Wasserstoff-Wind-Biogas-Hybridkraftwerk, das
ausschließlich alternative Energiequellen nutzt. Zusammen mit
dem brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck
versenkte sie anlässlich des Baubeginns in Prenzlau eine
H2-Zeitkapsel im Grundstein.
Insgesamt drei Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von
6.000 kW sollen bei dem neuen Hybridkraftwerk die Stromproduktion
übernehmen. Überkapazitäten, die nicht ins Netz eingespeist
werden können, nutzt der ebenfalls vor Ort installierte
500-kW-Elektrolyseur zur Wasserstofferzeugung. Bei Bedarf kann
der zwischengespeicherte Wasserstoff dem Gas der Biogasanlage
beigemischt und in den zwei Blockheizkraftwerken verbrannt
werden, so dass es zur Strom- und Wärmeproduktion beisteuert.
Somit ist eine bedarfsgerechte Energieerzeugung realisierbar, die
weitgehend unabhängig vom aktuellen Windangebot ist.
Jörg Müller, Gesellschafter und Vorstandsvorsitzender der
Enertrag AG, erklärte: „Mit unserem Hybridkraftwerk kann
Windenergie auf wirtschaftliche Art und Weise gespeichert werden.
Außerdem schließen wir die Lücke zwischen e
rneuerbaren
Energien und energieeffizienter Mobilität.“ Damit spielte
Müller auf die Pläne an, den Wasserstoff zur Betankung von
Brennstoffzellenfahrzeugen verwenden zu wollen oder ihn wahlweise
ins Erdgasnetz einzuspeisen (s. Abb.).
Merkel und Platzeck überboten sich in ihren Reden angesichts
dieses Konzepts gegenseitig mit Lobeshymnen. Die Bundeskanzlerin
bezeichnete das Projekt als „zukunftsweisend“ und
„qualitativen Meilenstein" bei der Nutzung
regenerativer Energien. Sie sagte: „Das ist etwas für die
Zukunft, das wird Schule machen." Brandenburgs
Ministerpräsident stufte den Kraftwerksbau als
„Quantensprung" ein. Er sagte weiterhin: „Diese
Innovation aus Brandenburg hat beste Aussichten, über unsere
Landesgrenzen hinaus zum Erfolgsmodell zu werden.“
Entwickelt und gebaut wird das Kraftwerk von dem
Windkraftunternehmen Enertrag. Technologiepartner sind die FH
Stralsund, die TU Braunschweig, die BTU Cottbus, die Total
Deutschland GmbH und der Deutsche Wasserstoff-Verband. Insgesamt
investieren die Projektpartner 21 Mio. Euro, damit das Kraftwerk
bis zum Frühjahr 2010 fertig wird.
Autor Sven Geitmann
Schlagworte: wasserstoffbranche, hybridkraftwerk, infos hybridkraftwerk, wasserstoffkraftwerk, stromproduktion, wasserstofferzeugung
 christian_baeumker
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