Thema Brennstoffzellen vom 08.12.2008 @ 11:09:11 CET
Opel präsentiert HydroGen4-Testwagenflotte in Berlin
Einen Tag nach der Nationalen Strategiekonferenz Elektromobilität hat Opel zehn HydroGen4-Modelle vorgestellt, die ab 2009 in Berlin bei neun Unternehmen im Alltagsbetrieb erprobt werden sollen. Mit einem großen Medienaufgebot und viel politischer Prominenz läutete der Automobilkonzern damit in seiner Hauptfiliale in der Berliner Friedrichstraße die zweite Projektphase der Clean Energy Partnership (CEP) ein. Als erster Testfahrer startete Wolfgang Tiefensee, der Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwickelung, zu einer Proberunde…
Insgesamt 100 Exemplare des HydroGen4 sollen im Rahmen des Projects Driveway in den USA, Japan, Korea, China und Deutschland zum Einsatz kommen. In Berlin werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von neun großen ausgesuchten Firmen, die als Partner je ein Auto mit passender Lackierung ausgehändigt bekamen, ab 2009 als Testfahrer fungieren (ADAC, Allianz, Axel Springer, Coca Cola, Hilton, Linde, Schindler, Total und Veolia). In Amerika bekamen bereits 30 Familien die Gelegenheit, das Fahrzeug für zwei bis drei Monate im normalen Alltag testen zu können. Insgesamt wurde mit der Fahrzeugflotte schon eine Strecke von fast 700.000 km zurückgelegt.
„Aus mittlerer und langer Sicht kommt der Strom aus der Brennstoffzelle. Wir glauben daran.“ Diese Worte von Carl-Peter Forster, Präsident von GM Europe, verdeutlichten, dass General Motors und Opel zwar an der Brennstoffzellentechnik festhalten wollen, dass deren Entwicklung bis zur Marktreife aber noch einige Zeit dauern werde. Dazu hatte Karl Mauer, Kommunikationsdirektor für den Opel-Technologiebereich, bereits im Vorwege erklärt: „Niemand hat den Anspruch erhoben, kurzfristig den Wasserstoffantrieb marktgängig zu machen.“
Unterstützung für dieses Konzept erhielt Opel von Verkehrsminister Tiefensee, der ausdrücklich betonte, dass die Elektromobilität auf insgesamt drei Beinen stehe: der Plug-in-, der Hybrid- und der Brennstoffzellentechnik. Gleich mehrfach hob er die große Bedeutung eines „engen Schulterschlusses zwischen der Bundesregierung und Opel“ hervor.
Bei dem HydroGen4 handelt es sich um ein US-amerikanisches Basisfahrzeug des Mutterkonzerns General Motors, der neben dem Brennstoffzellensystem zusätzlich mit einer 1,8 kWh fassenden Nickel-Metallhydrid-Batterie ausgestattet wurde, um elektrische Lastspitzen abdecken und die aus dem regenerativen Bremssystem gewonnene Energie speichern zu können. Das Vorgängermodell, der HydroGen3, war ein Opel Zafira. Da als Energieträger seit 2007 gasförmiger Wasserstoff favorisiert wird, sei die Modellauswahl bei der vierten Generation aufgrund des größeren Platzbedarfs für die drei Hochdrucktanks auf den voluminöseren Chevrolet Equinox gefallen. Forster betonte jedoch ausdrücklich, dass sich Opel dafür einsetzen werde, als nächsten Versuchsträger wieder ein aus deutschen Landen stammendes Fahrzeug zu wählen.
Autor: Sven Geitmann
Schlagworte: elektromobile, elektrofahrzeuge, elektroauto, wasserstoffantrieb, brennstoffzellensystem, gasförmiger wasserstoff
 Redaktion
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