Thema Fahrzeuge & Mobilität vom 15.09.2008 @ 09:07:53 CEST
Stromverbrauch im Auto
Auf der Suche nach Möglichkeiten zur Reduzierung der steigenden Treibstoffkosten scheint sich die Automobilindustrie auf die Entwicklung neuer Antriebe mittels regenerativer Energien wie zum Beispiel Wasserstoff oder der Hybridtechnologie zu konzentrieren. Die Fachhochschule Joanneum Kapfenberg sowie die Automobilzulieferer Bosch, Magna Powertrain, Lear, MIRA, die Automobilhersteller Volvo und FIAT bündeln ihre Bemühungen zur Senkung der Treibstoffkosten unter der Vereinigung Energy Efficient Vehicles for Road Transport (kurz: EEVERT)...
EEVERT entwickelt jedoch keine neuen Antriebstechniken, sondern untersucht den Einfluss der elektrischen Komponenten im Auto auf den Treibstoffverbrauch. Damit ist das Ziel der Vereinigung identisch mit dem der Europäischen Union. Ziel der EU ist es ebenfalls mittels sparsamer elektronischer Bauteile den Treibstoffbedarf zu reduzieren. Der Studiengang Elektronik & Technologiemanagement der Fachhochschule Joanneum Kapfenberg ermittelte den Preis einer Kilowattstunde Strom die von einem herkömmlichen Otto-Motor hergestellt wird. Die Kosten wurden pro Kilowattstunde auf rund einen Euro geschätzt.
Der im Auto verbrauchte Strom ist auf Grund dieser erschreckenden Zahl äußerst kostbar. Weiterhin hat das Expertenteam errechnet, dass bei Fahrzeugen der oberen Mittel- sowie der Luxusklasse, die in aller Regel großzügig mit elektronischen Komponenten ausgestattet sind, rund 30 Prozent des Treibstoffverbrauches auf die Elektronik des Fahrzeuges zurück zu führen ist. Laut Aussage der EEVERT gilt es an zwei wesentlichen Punkten anzusetzen. Sowohl die Komponenten an sich als auch das Gesamtsystem müssen optimiert werden. Bei der Komponente Lichtmaschine, die ganz wesentlich zum Stromverbrauch beiträgt, da sie mit einem Generator vergleichbar ist, konzentrierte man sich bei der Herstellung bisher nur auf das Gewicht und den Preis. Der Wirkungsgrad, der bei modernen Lichtmaschinen bei gerade mal 50 Prozent liegt, wurde bei der Herstellung stets vernachlässigt.
Laut Aussage der EEVERT wäre ein Wirkungsgrad von über 70 Prozent problemlos zu erzielen. Damit läge die Lichtmaschine zumindest im Mittelfeld im Vergleich mit anderen elektrischen Komponenten, würde jedoch beachtlich viel Strom einsparen. Um die Treibstoffkosten senken zu können, ist jedoch die Untersuchung des Gesamtsystems, also der Vergleich zwischen den Komponenten ganz wesentlich. Dabei wird der Stromverbrauch der Bauteile während unterschiedlicher Betriebszeiten auf Grund der verschiedenen Wirkungsgrade des Motors untersucht. Durch bessere Abstimmung und Optimierung der elektrischen Komponenten können nach Einsch
ätzung der EEVERT bis zu zehn Prozent Treibstoffkosten gespart werden.
Neben der Energieeinsparung, z.B. durch das Abschalten der Klimaanlagenpumpe, wenn die Anlage nicht zwingend betrieben werden muss, setzt EEVERT auf die Entwicklung einer neuen Technologie zur Energiegewinnung. Die bei Bremsmanövern freigesetzte Energie soll wenigstens teilweise zurück gewonnen werden. Sowohl bei Otto-Motor- als auch Hybrid-Fahrzeugen enthält diese Technologie viel Potenzial. Die Kosten für das gesamte Projekt zur Reduzierung der Treibstoffkosten belaufen sich geschätzt auf rund sechs Millionen Euro.
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