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Thema Brennstoffzellen vom 05.05.2008 @ 09:47:37 CEST


Neues HotModule auf der Hannover Messe 2008


Innerhalb von 14 Jahren ist die Ausstellerzahl auf Gemeinschaftsstand Wasserstoff und Brennstoffzellen während der Hannover Messe von zehn deutschen Unternehmen auf 156 Institutionen aus 23 Ländern angestiegen. Mit dieser Anzahl ließe sich locker eine eigenständige Fachmesse organisieren. Und zum 15. Jubiläum im nächsten Jahr plant Tobias Renz, der Organisator des Gemeinschaftsstandes, mit über 200 Ausstellern…

Rund 50 Unternehmen waren in diesem Jahr zum ersten Mal auf der weltweit größten Präsentation im Bereich der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie vertreten. Insgesamt kam rund die Hälfte aus dem Ausland. Ähnlich bunt durchmischt war auch der Besucherstrom, der sich durch die Gänge in Halle 13 schleuste.

Einer der Hingucker für die vielen internationalen Gäste auf dem Gemeinschaftsstand war die neue HotModule-Generation, die die CFC Solutions GmbH erstmalig vorstellte. Nachdem sich die Tognum-Tochtergesellschaft im vergangenen Jahr eine schöpferische Pause gegönnt hatte und nicht in Hannover präsent gewesen ist, zeigte sie auf der Industrieschau ihr neues HM320 Modell, das durch seine Quaderform überraschte. Ulrich Ruwier, der vorrangig für den Vertrieb verantwortliche CFC-Geschäftsführer, begründete das veränderte Design mit einer größeren Gestaltungsfreiheit für die interne Prozessführung und einer einfacheren Zugängigkeit, räumte aber gleichzeitig ein, dass das bisherige runde Design formschöner gewesen sei.

In dem neuen Container befindet sich ausreichend Platz, um deutlich größere Stacks installieren zu können. Das HM320 verfügt über 500 Einzelzellen, die eine elektrische Leistung von 363 kW Gleichstrom liefern (thermische Leistung: 250 kW). Geplant ist eine Ausweitung des Angebotsspektrums auf 400- (HM310) und 500-kW-Anlagen (HM330), so dass dann durch die Kombination mehrerer Systeme bis in den Megawattbereich vorgestoßen werden könnte. Zudem ist die Kombination mit einem Gasmotor anvisiert (HM320 + MDE 400). Ein derartiges Hybridsystem soll dann später rund 700 kW leisten.

Eine weitere Weltpremiere feierten die Proton Motor GmbH und die Wilhelm Karmann GmbH in Hannover. Gemeinsam mit EcoCraft Automotive präsentiere sie den EcoCarrier HY3, der direkt auf der Messe bestellt werden konnte. Der EcoCarrier ist ein leichtes, dreiachsiges Nutzfahrzeug, das eigentlich in seiner Basisversion mit Batterien betrieben wird. Für die neue Brennstoffzellenausführung liefert Proton Motor das Triple-Hybrid-System inklusive des Energiemanagements, während Karmann für die Systemintegration zuständig ist. EcoCraft verantwortet das Konzept und auch den Vertrieb des Gesamtfahrzeugs. Der Hybridantrieb verfügt neben der Brennstoffelle über eine Nickel-Metall-Hybrid-Batterie sowie über Hochleistungskondensatoren, die eine Reichweite von mehr als 250 km ermöglichen. Der derzeit anvisierte Verkaufspreis liegt unter 100.000 Euro pro Stück. Bis 2009 sollen 20 Fahrzeuge abgesetzt werden.

Die Top-Themen in den Gängen des Gemeinschaftsstandes sowie auf dem zentral platzierten Diskussionsforum waren nicht so sehr die fortschreitende Klimaerwärmung oder der steigende Ölpreis sondern vielmehr der Start des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) sowie die Gründung der NOW GmbH - Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Nach monatelanger Warterei war die NOW im Februar 2008 erfolgreich gegründet worden und ist nun für die Koordination der im Rahmen des NIP geplanten Leuchtturmprojekte sowie die Verteilung der Fördergelder verantwortlich. Hierbei geht es immerhin um Gelder in der Größenordnung von 1,4 Mrd. Euro, die innerhalb von zehn Jahren investiert werden sollen, was verständlicherweise für viel Gesprächsstoff sorgt.

Das NIP soll die Forschung und Entwicklung weiter voran bringen und gleichzeitig bei der Markteinführung entsprechender Produkte mithelfen. Eine kurzfristige Kommerzialisierung ist aber auch mit diesem Förderprogramm nicht herbeizuführen. Guido Gummert, Geschäftsführer der BAXI Innotech GmbH, erklärte die Hintergründe dafür während der Pressekonferenz auf dem Fair-PR-Forum am ersten Messetag so: „Die Zulieferer benötigen zwei bis drei Jahre, bis sie ihre Fertigungsstraßen an unsere Wünsche angepasst haben. Es dauert also noch mindestens bis 2010, 2011, bis diese Firmen liefern können. Mit dem NIP haben sie jedoch die Planungssicherheit, dass auch tatsächlich entsprechende Stückzahlen erreicht werden.“

Ergänzend zu dem Besuch des Gemeinschaftsstandes Wasserstoff und Brennstoffzellen lohnte sich auch der Blick über den orangefarbenen Teppich hinaus. Auch auf dem Gemeinschaftsstand des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, ebenfalls in Halle 13, war die Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Thematik ebenfalls vertreten. Dort stach besonders IdaTech Fuel Cells hervor, die ihr mannshohes ElectraGen XTi Back-up-System sowie eine H2 Energy Cell präsentierten. Noch imposanter war jedoch die Präsentation von insgesamt fünf Hausenergieversorgungssystemen verschiedener PEM-Brennstoffzellen-Hersteller, die Nedo gleich am Eingang der Halle 27 dekorativ und gut sichtbar platziert hatte. Die New Energy and Industrial Technology Development Organization aus Japan koordiniert im Rahmen eines groß angelegten Feldtests die Installation von insgesamt 2187 stationären BZ-Systemen in 47 verschiedenen Ortschaften.

Einen kleinen aber bedeutenden Stand konnte der findige Besucher bei Bayern Innovativ finden. Auf dem Gemeinschaftsstand der Süddeutschen war Clean Mobile recht unauffällig platziert, und auch die Standgestaltung war eher bescheiden. Clean Mobile beschränkte sich bei seiner Präsentation auf die Zurschaustellung eines postgelben Lastenfahrrads sowie eine

s dunkelroten Behinderten-Scooters.

Clean Mobile verfügt aber bereits über eine ganze Produktfamilie von Brennstoffzellenantrieben für kleine Fahrzeuge. Die kleinen 2, 3- oder 4-rädrigen Fahrzeuge besitzen wahlweise eine kompakte integrierte Tretunterstützung oder aber einen vollwertigen elektrischen Antrieb und eignen sich besonders für die Postzustellung. In Aussicht stehen dafür bereits Großaufträgen mit Frankreich, Großbritannien und der Türkei. Der Vorstandsvorsitzende Werner Gruber zählt dafür derzeit ganz auf die Partnerschaft mit der Smart Fuel Cell AG, die momentan als eines der wenigen Unternehmen weltweit zuverlässig funktionstüchtige Direktmethanolbrennstoffzellen in der gewünschten Leistungsklasse liefern können. Aber auch asiatische Unternehmen wie Hitachi und Yamaha haben laut Gruber bereits Kooperationsinteresse signalisiert. Als Exklusivpartner fahrzeugseitig arbeitet das 13 Mitarbeiter beschäftigende Unternehmen mit dem Fahrradhersteller Hercules zusammen, einen der ältesten und größten Fahrradhersteller in Deutschland.

Ulrich Ruwier erklärt das HotModule HM320
Foto: S. Geitmann

Autor: Sven Geitmann

www.hydrogeit.de

Redaktion













     
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