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 | Thema Bioenergie/ Biomasse vom 04.04.2008 @ 09:35:05 CEST
OECD stellt Biokraftstoffe in Frage
Der Beitrag von Biokraftstoffen zur Bekämpfung des Klimawandels bleibt weiterhin umstritten. Eine Expertenrunde aus Wirtschaft und Wissenschaft vermeldete am 2. April 2008, dass es durch die Nutzung von Biokraftstoffen zu positiven Umwelteffekten kommen könne. Art und Ausmaß dieser Auswirkungen würden allerdings je nach Ausgangsstoff stark variieren. So ist es jedenfalls in dem Bericht der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) nachzulesen, der kürzlich unter dem Titel „Biofuels: Linking Support to Performance“ veröffentlicht wurde…
Biokraftstoffe, die aus Abfällen oder Molke gewonnen werden, könnten gemäß dieses Berichts gegenüber fossilen Brennstoffen bis zu 70 Prozent der Treibhausgase einsparen. Auch brasilianisches Zuckerror habe vergleichbare Effekte. Die meisten europäischen Biokraftstoffe hingegen würden aus Biomasse (z.B. Getreide) hergestellt und hätten nur ein Einsparungspotenzial von etwa 30 Prozent. Zudem seien mit der Produktion schwer abschätzbare Emissionsmengen verbunden.
Wegen der hohen Produktionskosten würden sich Biokraftstoffe nur bei anhaltend hohem Ölpreis rechnen. Die Forscher empfehlen daher anstelle der Biokraftstoffnutzung, die Energieeffizienz im Verkehrswesen zu verbessern. Ein weiterer gangbarer Weg wäre die Einführung von Steuern, die sich nach dem Kohlenstoffanteil von Kraftstoffen richteten. Konkret hält es die Expertenrunde für wenig wahrscheinlich, dass Biokraftstoffe zukünftig mehr als zehn oder 20 Prozent des Bedarfs im Transportwesen ausmachen werden
, wenn es nicht zu größeren Fortschritten in der Technologie komme. Zudem forderten die Forscher, dass bei einerweiteren Förderung der Biokraftstoffe durch Regierungen größerer Wert auf die Auswahl der Produzenten und Produktionsprozesse gelegt werde.
In etwas überspitzter Form kritisierte fast zeitgleich auch Greenpeace die Verwendung von Biodiesel in Kraftstoffen. Der Umweltverband meldete, deutscher Diesel zerstöre Urwälder und heize den Klimawandel an. Greenpeace berief sich dabei auf eine aktuelle, selbst angefertigte Studie, die am 2. April 2008 in Berlin vorgestellt wurde. Demnach sei der Biosprit weitaus umweltschädlicher als bislang angenommen. Die Analyse belege, so heißt es seitens des Verbandes, dass beigemischter Pflanzendiesel nicht nur aus heimischem Rapsöl, sondern zu fast 20 Prozent aus Sojaöl gewonnen würde. Greenpeace bemängelte, dass Sojabohnen vor allem in Südamerika angebaut werden, wo für neue Plantagen riesige Urwaldgebiete gerodet würden. Alexander Hissting, Agrar-Experte von Greenpeace erklärte: „Wer das Klima schützen will, muss die letzten Urwälder schützen."
Autor: Sven Geitmann
Quellen: Greenpeace, pressetext.austria
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