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Erster regenerativer Stromproduzent auf Börsenkurs

Thema: Finanzen | 11.02.2008 | Aufrufe: 3962 | Bewertung: (0 Bewertungen)

EnerVest ist der erste Stromerzeuger, der ausschließlich auf Erneuerbare Energien setzt und 2008 das Börsenparkett betreten will. Seit Jahren beweist das Unternehmen, das zu den Branchenführern gehört, dass Energiegewinnung aus Wind, Sonne und Biomasse nicht nur eine ökologische, sondern zudem eine erhebliche ökonomische Relevanz hat. Fragen an EnerVest-Alleinvorstand Michael Scholz.

Sie planen den Gang an die Börse. Mit welchen Erwartungen?
EnerVest ist der erste Stromerzeuger auf Basis herkömmlicher Rohstoffe, der diesen Schritt geht. Ziel ist es, unseren eingeschlagenen Weg weiter zu stützen und auszubauen. Immerhin haben wir seit unserer Gründung 2001 bereits Projekte mit einem Gesamtvolumen im hohen dreistelligen Millionenbereich umgesetzt. Mit unseren deutschland- und europaweiten Investments in Erneuerbare Energien gehören wir zu den Branchenführern. Noch in diesem Jahr werden wir unsere Leistungen in der Stromerzeugung auf 100 Megawatt ausweiten. Bis 2010 peilen wir die 500-Megawatt an.
Die Zeit ist reif, die bisher oft einseitig ökologische Betrachtung der Branche Erneuerbarer Energieproduzenten in den wirtschaftlichen Fokus zu rücken. Der Strommarkt, auf dem in den nächsten Jahren zweistellige Zuwachsraten erwartet werden, ist ein Zukunftsmarkt. EnerVest setzt auf diese Zukunft. Der Börsengang sichert das Fundament dafür.

Eine Pionierrolle?
Ja. Weltweit existiert keine zweite Branche mit einem vergleichbaren Entwicklungspotenzial. Dennoch fehlen in ganz Europa Unternehmen, die sich der Stromgewinnung aus Erneuerbaren Energien widmen und sich damit als Alternative zu den großen Energiekonzernen präsentieren. Die Strukturen dafür werden heute und hier geschaffen. Zum Beispiel mit den von uns geplanten neuen Kraftwerken in Deutschland und Europa.

Welches Know-how bietet EnerVest?
Das Besondere: Wir planen, entwickeln und finanzieren unsere Projekte selbst – von der Standortsuche über die Errichtung bis zum Betrieb der Anlagen. Dabei liegt der Fokus auf wirtschaftlich hochrentablen Vorhaben mit sicheren Renditeerwartungen von mindestens zehn Prozent. Die Beteiligung an allen Projektphasen versetzt uns in die Lage, die Vorhaben effizient auf ihr Renditepotenzial zu überprüfen.
EnerVest hat die rasante Entwicklung des Erneuerbaren Energiemarktes hautnah miterlebt. Wir verfügen über das notwendige Know-how, kennen die Stärken und Schwächen des Marktes und wissen um sein enormes ökonomisches Potenzial. Unsere Projekte stehen auf einem wirtschaftlich soliden Fundament. Dazu kommt, dass wir vor dem Hintergrund des technischen Fortschritts eher konservativ reagieren und vorzugsweise auf eine solide, ausgereifte Technik setzen, die einen langfristigen Betrieb ermöglicht.

Welcher Energiequelle aus den Erneuerbaren gehört Ihrer Meinung nach die Zukunft?
EnerVest setzt auf den Energiemix. Gute Erfahrungen haben wir mit Windkraftwerken gesammelt. Deshalb werden wir das weiter vorantreiben. Beispiel dafür ist die gerade kürzlich erfolgte Übernahme eines Windparks in Polen mit einer Leistungsoption von 100 Megawatt. Auch Solarstrom ist und bleibt interessant für uns. Vor diesem Hintergrund wurde kürzlich ein Photovoltaik-Parks in Sachsen-Anhalt mit einer Gesamtleistung von 3,3 Megawatt erworben. Er soll im Sommer 2008 in Betrieb gehen. Gerade in den südlichen Ländern – ich denke da an unser Engagement in Italien und der Türkei – zeichnen sich bei Solarenergie deutliche Zuwachsraten ab. Natürlich reden wir darüber hinaus auch über Biomasse und Wasserkraft.

Funktioniert die Erzeugung Erneuerbarer Energien auch ohne staatliche Förderung?
Im Moment noch nicht. Künftig wird sie es müssen. Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) stellt sich die Absatzproblematik noch nicht, weil die Einnahmequelle der Produzenten gesichert ist. Vor allem bei der Windenergie lassen sich allerdings bereits fast marktkonforme Preise erzielen.

Können so fossile Energien ersetzt werden?
Erdöl, Erdgas, Braunkohle und Steinkohle sind bekanntlich begrenzt. Wir werden also zwangsweise Erneuerbare Energien benötigen. Theoretisch könnten sie die benötigte Grundlast decken, so zeigen es die Untersuchungen zum Thema virtuelles Kraftwerk (durchgeführt unter anderem von der E.ON Energie AG). Wird beispielsweise Wind- und Solarenergie in einem solchen virtuellen Kraftwerk gebündelt, lassen sich Synergien nutzen. Weht kein Wind, springt das Solarkraftwerk ein. Scheint keine Sonne, liefert das Windkraftwerk den Strom. Praktisch lässt sich diese Art des Stromaustausches und der Stromergänzung allerdings noch nicht umsetzen. Dazu fehlen eine Reihe von Bedingungen. Die Zusammenarbeit der Betreiber zum Beispiel. Auch die gesetzlichen Bestimmungen, wie etwa die Regelungen zur Berechnung der Netzdurchleitungsentgelte, unterstützen dieses Anliegen noch nicht.
Allerdings, und das ist gut so, haben die Untersuchungen klar die bis dato vielfach vertretene These widerlegt, dass zu jedem Windkraftwerk auch ein Schattenkraftwerk gehören müsse, um die Versorgung bei Windstille zu sichern.

Sie setzen mit EnerVest große Hoffnungen auf den Zertifikatehandel. Warum?
CO2-Zertifikate sind für mich der Turbo für die Branche. Wenn spätestens ab 2013 die Verschmutzungsrechte nicht mehr umsonst verteilt werden, sondern käuflich zu erwerben sind, entstehen den großen Energiekonzernen daraus Kosten in Milliardenhöhe. Die werden sie auf die Strompreise umlegen. Erneuerbare Energien hingegen profitieren davon. Zum einen erleichtert der Verkauf der Emissionsrechte den Handelszugang für mittlere Unternehmen, die bei der Zuteilung bisher leer ausgegangen sind. Zum anderen beschleunigen wachsende Stromkosten die Marktfähigkeit der Erneuerbaren Energien und tragen damit zur Steigerung ihrer Wirtschaftlichkeit bei.



Kontakt:
EnerVest AG
Maximilianstrasse 47
80538 München
Tel. +49 (0)89 / 23239293-0
Fax +49 (0)89 / 23239293-99
www.enervest.de

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