Thema Bioenergie/ Biomasse vom 21.01.2008 @ 09:14:34 CET
Demonstration wegen Unterkompensation von Biodiesel
Reiner Biodiesel sei nicht mehr wettbewerbsfähig, heißt es seit 1. Januar 2008. Dies hat die Biokraftstoffbranche bereits wiederholt erklärt und zieht deswegen am 21. Januar zum Hessischen Landtag, um dort gegen die ihrer Meinung nach zu hohe Besteuerung biogener Kraftstoffe zu demonstrieren. Grund dafür ist die Unterkompensation bei Biodiesel, die nach Berechnungen der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) mittlerweile 29 Cent pro Liter beträgt…
Anfang 2008 ist die Besteuerung von Biodiesel nochmals um 6 Cent je Liter angehoben worden, so dass sie nun 15 Cent/l beträgt. Dieser Steueranstieg stelle für den alternativen Kraftstoff eine schwere Bürde dar, so dass die Konkurrenzfähigkeit auf dem Kraftstoffmarkt nicht mehr gegeben sei, beklagt nicht nur die UFOP.
Neben der Steuer belaste auch der nochmals teurer gewordene Rohstoff Pflanzenöl die Biodieselbranche, so dass „dem reinen Biodiesel vollends der Garaus gemacht wird“, wie die UFOP meldete. Als Beleg unterbreitete der Verband eine aktualisierte Berechnung, die zu dem Ergebnis kommt, dass aus der anfänglichen Überkompensation in den Monaten Januar bis Juli 2006 mittlerweile eine Unterkompensation geworden ist. Während Biodiesel anfänglich gegenüber fossilem Diesel um 7 Cent/l besser gestellt war, ist inzwischen der konventionelle Dieselkraftstoff im Vorteil. Ende 2007 wurde er mit 12 Cent/l bevorzugt, im Januar 2008 gar mit 29 Cent/l, rechnet die UFOP vor.
Anlässlich der Internationalen Grünen Woche, die am 17. Januar in Berlin eröffnet wurde, erklärte der UFOP-Vorsitzende Dr. Klaus Kliem: „Man kann nicht auf der einen Seite den Beimischungsanteil von Biodiesel
begrenzen und gleichzeitig den Absatz von 1,7 Millionen Tonnen reinem Biodiesel besonders für Nutzfahrzeuge durch die Energiesteuer abwürgen." Auch Helmut Lamp, Vorstandsvorsitzender beim Bundesverband BioEnergie e.V. (BBE), erklärte anlässlich der Fachschau für Bioenergie und nachwachsende Rohstoffe „nature.tec“, die im Rahmen der Internationalen Grünen Woche stattfindet: „Steigende Agrar-Rohstoffpreise setzen viele Produzenten im Strom-, Wärme- und Biokraftstoffsektor massiv unter Druck. Doch anstelle zum Beispiel im Biokraftstoffsektor die Steuersätze auf Biodiesel und Pflanzenöle dynamisch der Marktentwicklung anzupassen, gefährdet die Bundesregierung mit der starren Erhöhung der Energiesteuer in 2008 die Konkurrenzfähigkeit und damit die Zukunft der Biokraftstoffbranche in Deutschland.“
Einer Wachstumsbranche drohe nunmehr das Aus, prophezeit auch der Präsident des Bundesverbands Biogene und Regenerative Kraft- und Treibstoffe e.V. Peter Schrum. Deswegen ruft er die Bio-Branche zur Demonstration auf. Am 21. Januar 2008 vor dem hessischen Landtag in Wiesbaden soll die Biodiesel- und Pflanzenölbranche „zu Sarge" getragen werden.
Autor: Sven Geitmann
 redaktion
|