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Sie sind hier: Start > News & Wissen > Geothermie/ Wärmepumpen: Fernwärme aus 3 Kilometern Tiefe : zurück

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Thema Geothermie/ Wärmepumpen vom 22.10.2007 @ 15:22:47 CEST


Fernwärme aus 3 Kilometern Tiefe


Schon vor Baubeginn erregte das kürzlich in Betrieb genommene Heizkraftwerk in Unterhaching bundesweites Aufsehen. Der Grund dafür ist, dass das Kraftwerk nicht nur das bislang größte Geothermie-Projekt Deutschlands ist, sondern auch als Pilotprojekt für den Einsatz der Tiefengeothermie in Deutschland gilt.

Seit einigen Tagen liefert das umweltfreundliche Kraftwerk nun Wärme an seine Kunden. Die Energie dazu stammt aus Thermalwasser, dass aus einer Tiefe von 3.250 m an die Oberfläche befördert wird. Pro Sekunde können aus dieser Bohrung 150 l heißes Wasser genutzt werden. Eine solche Fördermenge konnte in der Bundesrepublik - vor allem bei diesen Temperaturen - noch nicht erreicht wurde. Daher liefert das Kraftwerk also nicht nur wohlige Wärme, sondern auch wichtige Erkenntnisse für die Wissenschaft und für weitere derartige Projekte.

Im ersten Bauabschnitt, der nun beendet werden konnte, wurden 30 km Fernwärmeleitungen verlegt, knapp 12 sollen in einem Zweiten folgen. Auch mit den Arbeiten für den dritten Abschnitt wurde inzwischen begonnen. „In den letzten drei Monaten wurden fast 140 Kundenanlagen installiert und bis dato rund 90 Wärmeübergabestationen an das Fernwärmenetz angeschlossen“, berichtete Gerlinde Kittl, Geschäftsführerin der Geothermie Unterhaching GmbH & Co KG. Mehr als 27 MW Anschlussleistung konnten bereits unter Vertrag genommen werden.

Damit hat man in der bayerischen Kleinstadt bereits die selbst gesetzten Ziele deutlich überschritten. „Wir haben unsere ursprünglichen Zielvorgaben weit übertroffen“, erklärt Projektleiter Christian Schönwiesner-Bozkurt von Rödl & Partner. „Mittelfristig sind 70 Megawatt Anschlussleistung in Unterhaching geplant.“ Für Klima und Umwelt zahlt sich das aus. „Die CO2-Ersparnis des Projektes wird bei über 30.000 t pro Jahr liegen, das bedeutet mehr als die Hälfte des CO2-Gesamtausstosses der Gemeinde Unterhaching“, betont Schönweiesner-Bozkurt.

Auch Dr. Erwin Knapek, der Bürgermeister von Unterhaching, hat

Grund zur Freude: „Wir setzen damit ein Zeichen, dass selbst eine kleine Gemeinde wie Unterhaching in der Lage ist, einen aktiven Beitrag zum weltweiten Klimaschutz zu leisten. Dies hat viel Mut und Durchhaltevermögen erfordert.“

Es soll an dem Standort allerdings nicht bei der reinen Fernwärmeversorgung bleiben. Als Nächstes ist die Inbetriebnahme einer Stromerzeugungsanlagen, die ihre Energie auch aus der tiefen Bohrung bezieht, geplant. Man erwartet, dass so noch einmal bis zu 3,4 MW Strom erzeugt werden kann.

Die erfolgreiche Realisierung des großen Projekts stellt ein neues Kapitel in der Erfolgsgeschichte der Geothermie in Deutschland dar. Auch angesichts immer weiter steigende Preise für die fossilen Energieträger sieht Christian Schönwiesner-Bozkurt rosige Zeiten für diesen Energieträger kommen: „Die Wettbewerbsbedingungen für die Geothermie verbessern sich kontinuierlich. Die Kostenentwicklung fossiler Energieträger kennt aktuell nur die Richtung nach oben. Hier setzen wir mit einer moderaten Preisentwicklung bei der Geothermie einen deutlichen Kontrapunkt.“

Autor: Jürgen Brück
Bild: Geothermie Unterhaching GmbH & Co KG.

J_Brueck













     
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