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Thema Photovoltaik (Solarstrom) vom 12.10.2007 @ 08:34:02 CEST


Deutscher Solarpreis 2007 – Teil 1


Bereits seit 1994 wird der deutsche Solarpreis jährlich an Kommunen, Unternehmen, Einzelpersonen sowie an Organisationen vergeben, die sich besonders um die Nutzung der Sonnenenergie in all ihren verfügbaren Formen verdient gemacht haben. Die diesjährigen Auszeichnungen wurden am 6. Oktober in der alten Brüderkirche in Kassel verliehen. Wir stellen Ihnen in zwei Teilen alle Preisträger vor.

In der Kategorie „Städte/Gemeinden, Landkreise und Stadtwerke“ machten die Gemeinde Morbach und die juwi GmbH gemeinsam das Rennen. Die rheinland-pfälzische Gemeinde erhielt die Auszeichnung für ihr seid 2001 andauerndes Engagement. Zusammen mit der Unternehmensgruppe juwi GmbH hat Morbach für ein ehemaliges Militärgelände das Konzept einer Energielandschaft entwickelt. Diese Landschaft umfasst mehrere Windkraft- und Photovoltaikanlagen, eine Biogasanlage und eine Anlage zur solaren Trinkwasseraufbereitung. Bereits heute übersteigt die erzeugte Energiemenge den Bedarf der 11.000 Einwohner des Städtchens. Dennoch plant man, die Energielandschaft weiter auszubauen, um mit dem so erwirtschafteten Gewinnen weitere Investitionen im Umweltbereich tätigen zu können.

Der zweite Preis in dieser Kategorie geht an die Gemeinde Alheim in Hessen. Mit zahlreichen Anlagen deckt die Gemeinde heute bereits 60% ihres Strombedarfs mit erneuerbaren Energien. Auch Alheim plant einen weiteren Ausbau dieser Technologie. So ist bereits eine Erweiterung des lokalen Biogaskraftwerks geplant, das dann auch mittels Nahwärmenetz die umliegenden Gebäude mit nachhaltig erzeugter Wärme versorgen wird. Als Ziel hat sich die Gemeinde vorgenommen, bis zum Jahr 2015 den Energiebedarf zu 80 % aus Erneuerbaren Energien zu decken.

In der Kategorie „Industrielle, kommerzielle und landwirtschaftliche Unternehmen/Betriebe“ wurden in diesem Jahr insgesamt drei Preise vergeben. Der erste Preisträger ist die Firma Tauber-Solar GmbH. Tauber-Solar bestückte bis heute Dachflächen in ganz Deutschland mit einer Gesamtleistung von 20,2 MWp. Diese Leistung allein macht das Unternehmen aber noch nicht zum Preisträger. Das Firmenkonzept gab hier vielmehr den Ausschlag. Es sieht nämlich vor, dass die verwirklichten Projekte zu 100 % durch Direktinvestitionen von Mitunternehmern finanziert werden. Es müssen also keine Kredite aufgenommen werden und die erwirtschafteten Gewinne werden ohne großen Verwaltungsaufwand an die Miteigentümer ausgezahlt. Mittlerweile haben sich schon über 1.500 Privatpersonen an den acht Projektgesellschaften beteiligt und gemeinsam eine Summe von über 110 Mio. Euro investiert.

Ein weiterer Preis geht an den Landwirt Herbert Fellner. Er erkannte bereits sehr früh, dass der Anbau von speziellen Energiepflanzen der ein

zig konsequente Weg vom Landwirt zum Energiewirt ist. Diesem Weg hat er seither unbeirrt beschritten. Darüber hinaus entwickelte er unter dem Markennamen „Ökotherm“ eine Technologie, die optimal jede Art von Biomasse verbrennen kann – von Getreide und Rapskörnern bis hin zu Restholz und Biomasse-Abfällen. Mit dem Ziel, dem Energie-Verbraucher eine handelsfähige und handhabbare Ware anzubieten, war Fellner zudem an der Entwicklung einer Pellet-Erntemaschine und eines Waldharvesters, der neben Wertholz gleichzeitig auch Hackschnitzel ernten kann, beteiligt.

Ein Sonderpreis „Energetische Kreiswirtschaft“ geht an die Rhein-Main Deponie GmbH in Flörsheim am Main. Sie entwickelt seit Jahren neue Konzepte zum umweltverträglichen Betreiben von Mülldeponien und wendet diese auch erfolgreich an. Mit den vorhandenen Anlagen der RMD – Biomasse-, Agrogas- und Deponiegaskraftwerke sowie Photovoltaikanlagen – werden heute bereits 150.000 MWh Strom pro Jahr ins Netz eingespeist. Das entspricht dem Verbrauch von rund 50.000 Haushalten.

Die weiteren Preisträger stellen wir Ihnen im zweiten Teil des Berichts vor.

Autor: Jürgen Brück
Bild: Eurosolar

J_Brueck













     
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