Thema Brennstoffzellen vom 26.09.2007 @ 12:52:15 CEST
HyChain im Alltagstest
Das HyChain-Minitrans-Projekt geht in die 2. Phase. Am 20. September versammelten sich die an diesem europäischen Leitprojekt beteiligten Partner im Schloss Herten und unterzeichneten eine Memorandum of Understanding, in dem sie erklärten, dass sie über dieses Vorhaben hinaus gemeinsame Anwendungsfelder entwickeln und fördern werden. Anvisiert sind beispielsweise der Einsatz größerer Fahrzeuge sowie weiterführende Lösungen im Gebäudebereich...
Zunächst ist das Ziel, eine Flotte von 158 Fahrzeugen (44 Kleintransporter, 40 dreirädrige Lastenfahrräder, 34 Rollstühle, 30 Motorroller und zehn Shuttlebusse) im täglichen Gebrauch unter realen Bedingungen zu testen. Angetrieben werden diese Fahrzeuge durch wasserstoffgespeiste Brennstoffzellen. Für den benötigten Kraftstoff wird eine eigene H2-Infrastruktur aufgebaut: Austauschbare H2-Kartuschen, die mit einer Clip-on-Technik einfach und sicher bedient werden können. Die Verteilung der über 2.000 Behälter wird durch die in den vier Regionen vorhandenen Netzwerke unterstützt. Bis 2011 sollen die Fahrzeuge zur Marktreife entwickelt werden.
„Der heutige Tag ist ein Meilenstein für die Emscher-Lippe-Region“, freute sich der Landrat vom Kreis Recklinghause
n, Jochen Welt. Volkhard Riechmann, Abteilungsleiter Energie im Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie NRW, erklärte: „Die Entwicklung und Verbreitung neuer Energietechniken ist eine globale Herausforderung. Daher ist eine intensive Zusammenarbeit auf europäischer Ebene besonders notwendig.“ Weitere Partner innerhalb der EU sind die Regionen Rhônes-Alpes (Frankreich), Emilia Romagna (Italien) und Castilla y Léon (Spanien).
Projektstart dieses auf fünf Jahre angelegten länderübergreifenden 38-Mio.-Euro-Vorhabens war am 15. Januar 2006 in Brüssel. Interessierte Betriebe, die sich jetzt an der praktischen Umsetzung dieser Wasserstoffkette beteiligen möchte, werden noch gesucht: „Die Möglichkeiten sind vielfältig. Die umweltfreundlichen Fahrzeuge können von Kommunalbetrieben, Friedhofsämtern, Postanbietern, im Werks- sowie Messeverkehr oder in großen Lagerhallen eingesetzt werden“, so Günter Fritsch, Projektleiter Zukunftsenergien bei der WiN Emscher-Lippe.
Foto: Unterzeichner (v.r.n.l.): Jochen Welt, Antonio Casado (Spanien), Jean Marc Uhry (Frankreich), Ennio Cottafavi (Italien), Quelle: HyChain
Autor: Sven Geitmann
 Redaktion
|