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Thema Heiztechnik & Heizungstechnik vom 10.01.2002 @ 11:55:24 CET


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High-Tech-Glasfassade spart Heizenergie


Glas gewinnt beim energetischen Bauen immer größeren Einfluss. Gelungenes Beispiel mo­derner und energiesparender Glasarchitektur ist ein von der Architektin Susanne Baur in Haßfurt (Unter­franken) erstelltes Passivhaus...

Glas gewinnt beim energetischen Bauen immer größeren Einfluss. Gelungenes Beispiel mo­derner und energiesparender Glasarchitektur ist ein von der Architektin Susanne Baur in Haßfurt (Unter­franken) erstelltes Passivhaus. Fassaden aus High-Tech-Gläsern (Her­steller Interpane) führen zu Sonnenenergie-Gewinnen.

Kompromisslos ökologisch und gestalterisch an­spruchsvoll - nach diesem Motto konzipierte die Architek­tin und Bauherrin ihr im Jahr 1999 fertigge­stelltes Haus. Die Hanglage des Grundstückes ver­langte eine Erschließung in zwei Ebenen. Das obere Niveau wurde mit einem erdüberdeckten Carport und einer Gabio­nenwand (mit Steinen gefülltes Draht­gitterkorbsystem) zum Gewölbekeller als dreiseitig geschlos­sener Hof gebildet.

Geteilter Baukörper
Durch die geneigte Topographie ist das Haus in einen eingeschossigen Gebäudeteil im Norden mit Arbeits- und Nebenräumen und den zweigeschossi­gen Teil im Süden mit Wohn- und Schlafräumen geteilt. Als Ver­bindungselement dient das runde Treppenhaus.

Der südliche Baukörper wurde aus energetischen Gründen als Würfel besonders kompakt gestaltet. Kalksandsteinmauerwerk und zwei aussteifende Betonwandscheiben stellen die Statik sicher.

Optisch besonders herausragend ist die nach Süden bzw. Westen ausgerichtete Glasfassade. Eine PV-Anlage wirkt wie ein Sonnensegel und schützt so die Wohnräume bei hochstehender Sonne zusätzlich als Schattenspender vor zu intensiver Erwär­mung.

Warmglas als Dämmelement
Hoher Wärmeschutz der Gebäudehülle ist das A und O eines jeden Passivhauses. Sie wird beim Haus in Haßfurt durch die 25 Zentimeter dicke Dämmstoff-Hülle der massiven Außenwände und eine besonders hochwertige Warmverglasung der Glasfassaden sichergestellt.

Das Superwarmglas iplus 3C des Glasveredlers Interpane wurde wegen der Ansprüche, die an eine energie­einsparende Verglasung gerichtet werden, von den Bauherren ausgewählt. Durch zwei Silberschichten und eine zusätz­liche Edelgasfüllung (Krypton) in den Scheiben­zwischenräumen des Dreifach-Ver­bund­glases wird der für ein Glas extrem niedrige Wärme­durchgangs­wert (Uv=0,5 W/m²K) erreicht .

Die hauchdünnen Wärmefunktionsschichten wirken zugleich selektiv: Kurzwelliges Tageslicht gelangt weitgehend un­gehindert in den Innenraum, während die Funktions­schicht die zum Teil von den Innen­wänden umgewandelte langwellige Wärmestrahlung reflektiert. Die passiven Sonnenenergiegewinne sind erheblich. Das „Heizen“ mit Wärmepumpe im Winter des vergan­ge­nen Jahres begann erst Mitte Novem­ber.

Wärmepumpe und kontrollierte Belüftung
Basis der zweigeschossigen Glasfassaden ist eine Pfosten-Riegel-Konstruktion aus Holz und Aluminium. Um möglichst ungestörte Ein- und Ausblicke zu erhalten, entschied sich die Architektin für eine geschosshohe großzügige Festverglasung. Die Scheibenformate messen 4,6 bis 6,4 Quadratmeter.

Ein weiteres Element des Energiespar­konzep­tes ist die ökologisch und ökonomisch effi­ziente Haustechnik. Eine Wasser-Wasser-Wärme­pumpe erwärmt bei Bedarf das Haus an sonnen­armen Wintertagen per Bauteiltemperierung. Die kontrollierte Wohnraumlüftung mit zuschaltbarer Wärmerück­gewinnung sorgt für einen energiesparen­den Luft­austausch, wichtig insbesondere angesichts der ho­hen Luftdichtheit der Fassaden. Um den Energie­verbrauch zu minimieren, wird zudem die zugeführte Außenluft über ein Erdregister bereits vor­erwärmt angesaugt.

Ganzjährig energiesparend
Die Gebäudekonzeption setzte voraus, auch den sommerlichen Hitzeschutz zu berücksichtigen. Die Wärmepumpe wird dazu auf Sommerbetrieb um­geschaltet. In dieser Betriebsart kühlt sie die Wohn­räume bei Bedarf. Ein Kaltwasserreservoir fungiert als Pufferspeicher.

Bislang war eine Kühlung nicht erforderlich. Das liegt an den wärmespeichernden massiven Wänden und Decken aus Kalksandstein bzw. Beton. Durch die hohe Speichermasse verhält sich das Gebäude wäh­rend der täglichen Aufheiz- und Abkühlungsphasen ausgesprochen „temperaturträge“. Die Temperatur­schwankungen betragen im Sommer maximal +/- 3 Grad Celsius.

Durch die energetisch optimal abgestimmte Kombi-nation von Konstruktion, Baustoffen und Haustechnik ist der Betrieb des Hauses besonders wirtschaftlich. Die Gebäudetechnik wird mittels EIB gesteuert und über­wacht. Der Jahresheizwärmebedarf inklusive Brauchwassererwärmung liegt unter 30 Kilowatt-stunden pro Quadratmeter Nutzfläche.

Sogar im Sockelbereich der Glasfassade wird auf eine Zusatzheizung verzichtet. Kältestrahlung und Luftzug sind selbst im Nahbereich der Fassade nicht zu verspüren. Susanne Baur ist mit der Verglasung sehr zufrieden. „Dank der hochwertigen iplus 3C Verglasung wird hohe natürliche Lichtdurchflutung ganzjährig mit einem ausgesprochen behaglichen Wohnklima ver­bunden.“



Bildtext: Die geschosshohe Verglasung an der Westfront des Hauses: Hoher Wärmeschutz wird durch den Einsatz von Superwarmglas (iplus 3C von Interpane) erreicht. Die selektive Beschichtung sorgt für ausgesprochen niedrige Wärmever­luste.
Bautafel:
Objektadresse: Haßfurt, Unterfranken
Bauherr und Planung: Dipl.-Ing. Architektin Susanne Baur, B & O Concept Consulting GmbH
Metallbauer: Fa. Krines, Sand am Main
Baujahr: 1999
Nutzfläche: 280 m²
Jahresheizwärmebedarf inklusive Brauchwassererwärmung: Glaslieferant: Interpane Glasgesellschaft mbH & Co, Plattling
Glasprodukt: iplus 3C

Weitere Informationen:
INTERPANE GLAS INDUSTRIE AG, Sohnreystr. 21, 37697 Lauenförde, Telefon: 0 52 73 / 8 09-0, Fax: 0 52 73 / 8 09 - 23 8, Internet: www.interpane.net.

Redaktion













     
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