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Thema Erneuerbare Energie vom 19.04.2007 @ 12:45:47 CEST


Forschungsförderung für Erneuerbare Energien – Teil 2


Aktuelle Erneuerbare Energie News Im ersten Teil unseres Berichts über die Förderung der Erneuerbaren Energien durch das Bundesumweltministerium ging es überwiegend um Highlights aus der Photovoltaik. Nun wollen wir uns mit den weiteren Bereichen, der Windenergie, Geothermie, Niedertemperatur- Solarthermie, und Solarthermischen Kraftwerken beschäftigen.

Die Windenergie-Branche bereitet sich mit Hochdruck darauf vor, den Bau der ersten deutschen Offshore-Windparks zu beginnen. Ein Forschungsnetzwerk unter Leitung der Weser-Wind GmbH beschäftigt sich derzeit mit der Verbesserung der Gründungsstrukturen für Offshore-Windenergieanlagen. Dabei geht es vor allem darum, den Anlagen in großen Wassertiefen und bei hohem Wellengang einen sicheren Stand zu verleihen. Hier erscheinen Tripod- und Jacketstrukturen (drei- bzw. vierbeinige Gründungen) als besonders geeignet. Das BMU fördert dieses Vorhaben mit 2,3 Millionen Euro.

Außerdem beschäftigt sich die Forschung mit der Optimierung von Rotorblättern um kompletten Windanlagen. Hierzu will das Fraunhofer-Center für Windenergie und Meerestechnik (CWMT) eine neuartige Testanlage bauen. Das unabhängige „Kompetenzzentrum Rotorblatt" soll innerhalb von zwei Jahren in Bremerhaven entstehen und Prüfstände für die Untersuchung von Rotorblättern entwickeln und aufbauen. Darüber hinaus sollen neue Testmethoden und Verfahren entwickelt werden, um langfristig aufwendige Tests an Original-Rotorblättern durch einfache Tests an Modellen sowie durch Simulationen zu ersetzen. Das BMU fördert dieses Vorhaben ebenfalls mit 2,3 Millionen Euro.

Welch große Potenziale in der Geothermie stecken, ist mittlerweile allgemein anerkannt. Dennoch sind auch in diesem Bereich Innovationen nötig. So entwickelte die Herrenknecht Vertical GmbH hat gemeinsam mit dem Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) und der Firma Anger’s eine neuartige Bohranlage. Die modular aufgebauten Gerätschaften arbeiten besonders kostengünstig und erfüllen dabei gleichzeitig hohe Sicherheits- und Umweltstandards. Außerdem verursachen die Bohrungen mit den neuen Maschinen deutlich weniger Lärm als bisher. Das erscheint insbesondere deshalb als Fortschritt, da geothermische Bohrungen häufig in der Nähe von Wohngebieten stattfinden, damit die geförderte Wärme vor Ort abgenommen werden kann. Auch hier hat das Umweltministerium in die Tasche gegriffen und die Entwicklung mit 2,4 Milliarden € unterstützt.

Den Schwachpunkt einiger Geothermie Anlagen stellen noch die Pumpen dar. Sie müssen durch die hohen Temperaturen zwischen 100 und 160 °C und der teilweise aggressiven Beschaffenheit des zu fördernden Thermalwassers ganz besonderen Anforderungen standhalten. Das BMU fördert die Entwicklung neuer Pumpen mit rund 4,7 Millionen €.

Im Juni 2006 haben in Spanien die Bauarbeiten für das erste solarthermische Parabolrinnenkraftwerk in Europa, Andasol 1, begonnen. Das Kraftwerk soll ab 2008 50 MW Leistung in das spanische Stromnetz einspeisen und somit run

d 200.000 Menschen mit Strom versorgen. Die Technik, die hierbei zum Einsatz kommt, wurde fast ausschließlich von deutschen Unternehmen entwickelt und zur Verfügung gestellt.

Auch im Bereich der Niedertemperatur-Solarthermie ist einiges in Bewegung geraten. So haben die Stadt München und die Stadtwerke auf drei großen Mehrfamilienhäusern insgesamt 2.900 Quadratmeter Solarkollektorfläche montiert. Die solar gewonnene Wärme wird an einen Beton-Heißwasserspeicher geliefert und kann den Heizenergiebedarf von 320 Wohnungen immerhin zu 47% decken.

Der Jahresbericht des Bundesumweltministeriums zeigt, dass hierzulande in Sachen Erneuerbare Energien Einiges in Bewegung geraten ist. Ein großer Teil der Innovationen wird derzeit von hiesigen mittelständischen Unternehmen entwickelt. Es ist nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Umwelt wichtig, hier am Ball zu bleiben und neue Entwicklungen voranzutreiben. Man sollte sich auf keinen Fall auf den einmal gewonnenen Lorbeeren ausruhen, denn es gibt noch viel zu tun, bis die Nutzung Erneuerbarer Energien ebenso selbstverständlich geworden ist, wie der Einkauf von Heizöl.

Autor: Jürgen Brück

J_Brueck













     
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