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Greenpeace paktiert mit der BILD

Thema: Umwelttechnik | 18.04.2007 | Aufrufe: 4891 | Bewertung: (2 Bewertungen)

Zunächst hatte man es für einen verspäteten Aprilscherz gehalten, was die Nachrichtenticker da vermeldeten: die Umweltschutz-Organisation Greenpeace wolle zusammen mit dem BUND und dem WWF eine strategische Kooperation mit Deutschlands größter Boulevard-Zeitung eingehen. Nun ist es aber amtlich. Greenpeace hat in einer Presseerklärung, die wir hier dokumentieren - und kommentieren - möchten, die Zusammenarbeit bestätigt.

"Greenpeace startet gemeinsam mit der Bild-Zeitung, dem BUND und dem WWF eine Klimaschutzkampagne. Diese Kampagne mit dem Titel "Rettet unsere Erde" soll bis zum Ende des Jahres laufen und zwölf Millionen Leser der Bild-Zeitung zu Mitmacher/innen machen. Gemeinsam wollen wir bis Jahresende 3,5 Millionen Tonnen CO2 einsparen, Treibhausgase, die dem Planeten erspart bleiben. 3,5 Millionen - das ist die tägliche Auflage von Deutschlands größter Boulevardzeitung. 3,5 Millionen Tonnen CO2 - das ist der Ausstoß eines kleinen Braunkohlekraftwerks.

Greenpeace will über die Bild-Zeitung als Medium möglichst viele Menschen für den Klimaschutz erreichen. Die Bild-Zeitung wird sich an dieser Aktion mit den Standorten in Berlin und Hamburg beteiligen. Sie will zehn Prozent an Energie bis Ende des Jahres einsparen.

Die Bild-Zeitung, der Axel-Springer-Verlag und deren Leserschaft gehören nicht zu den traditionellen Greenpeace-Sympathisanten. Doch genau in dieser großen Gruppe der Meinungsmacher und Leser brauchen wir ein Umdenken, damit Klimaschutz Wirklichkeit werden kann. In der Kooperation werden wir selbst Treibhausgase einsparen und Tipps geben, wie jeder in seinem persönlichen Alltag CO2 vermeiden kann.

Die Bild-Zeitung spürt, dass die Menschen sich vor den Folgen des Klimawandels fürchten und bereit sind, etwas zu tun. Diese Motivation möchten wir nutzen. Geld ist von keiner Seite aus im Spiel. Greenpeace bleibt, wie es immer war - glaubwürdig und unbestechlich."


Trotz aller schönen Worte, die die Öffentlichkeitsabteilung der Umweltorganisation da findet, bleibt dem durchschnittlichen Sympathisanten bei dieser Nachricht sicherlich zunächst einmal die Luft weg. Sollen plötzlich all die Polemiken der BILD-Zeitung gegen Greenpeace der Vergangenheit angehören? Hat sich hier etwa der Saulus zum Paulus gewandelt?

Wohl kaum, aber Greenpeace gibt in der Presseerklärung bereits selber ein Teil der Antwort auf die Fragen: „Die Bild-Zeitung spürt, dass die Menschen sich vor den Folgen des Klimawandels fürchten“, heißt es da. Und da man im Hause Springer schon immer flink dabei war, wenn es mit der Angst der Menschen eine schnelle Mark zu verdienen gab, wundert das neueste Engagement nur wenig. Außerdem erscheint es zur Zeit schick, sich das Mäntelchen des Klimaschutzes umzuhängen und so das eigene Image ein wenig aufzupolieren. Mit wirklichem Umweltbewusstsein hat das Engagement nur wenig zu tun. Greenpeace, der BUND und der WWF müssen aufpassen, dass sie sich nicht für eine billige Kampagne des Revolverblättchens instrumentalisieren lassen. Schließlich haben die Organisationen einen guten Ruf zu verlieren, die BILD-Zeitung indes nicht.

Autor: Jürgen Brück

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