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 | Thema Ökostrom vom 02.04.2007 @ 14:23:32 CEST
Ökostrom als Standardversorgung
Meinungsumfragen haben gezeigt, dass zwischen 50 und 90 Prozent der Deutschen gern sauberen Strom beziehen und dafür sogar mehr bezahlen würden. In der Realität sind aber nur etwa ein Prozent der privaten Haushalte tatsächlich Kunden bei Ökostromanbietern. Dies könnte geändert werden, würde Ökostrom als Standardvariante bei der Stromversorgung gewählt werden...
Die Wechselwilligkeit ist trotz zahlreicher Versuche von Umweltverbänden und Grünstromanbietern in den vergangenen Monaten nicht merklich angestiegen. Daniel Pichert, Forscher am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, fordert deswegen, die bestehende Praxi
s bei der Stromversorgung einfach „umzudrehen.“ Gegenüber der Zeitschrift „Sonnenenergie“ erklärte er, der Mensch sei ein Gewohnheitstier, weswegen es zu einer Diskrepanz zwischen „Wollen“ und „Handeln“ käme. Der Mensch wolle zwar Wechseln, schafft es aber aus welchen Gründen auch immer nicht, ein entsprechendes Formular anzufordern und auszufüllen.
Pichert verlangt deshalb vom Gesetzgeber, grünen Strom zur Grundversorgung zu erklären. Er argumentiert: Erhielten Kunden beim Einzug in eine neue Wohnung oder ein neues Haus den Ökostromtarif als Standardangebot, würden sie höchstwahrscheinlich dabei bleiben.
Der Verhaltensexperte verweist auf die positiven Folgen einer solchen gesetzlichen Entscheidung. Die steigende Nachfrage nach Ökostrom würde die Konzerne dazu bewegen, stärker in die neuen Technologien zur Energieerzeugung aus Biomasse, Wind und Sonne zu investieren. Damit trage der Gesetzgeber dazu bei, sauberen Strom zu fördern und eine nachhaltige, umweltschonende Energiewirtschaft zu stärken. „Würde man Strom wie Autos oder Textilien behandeln, könnte die Nachfrage nach Ökostrom sofort in die Höhe schnellen“, ist sich der Diplompsychologe sicher.
 Redaktion
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