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Strom von der Seeschlange

Thema: Wasser | 26.02.2007 | Aufrufe: 16757 | Bewertung: (14 Bewertungen)

„Im Vergleich mit anderen erneuerbaren Energien, wie zum Beispiel der Solar- oder Windkraft, liegen die Wellenkraftwerke in ihrer Entwicklung allerdings etwa 30 Jahre zurück", sagt der Energieforscher Hermann-Josef Wagner vom Institut für Energietechnik der Ruhr-Universität Bochum. „Weltweit werden derzeit verschiedene Modelle für Wellenkraftwerke entwickelt: Nahezu alle befinden sich noch in der Testphase." Eines dieser Projekte soll nun vor der Küste der Orkney-Inseln umgesetzt werden.

Die schottische Regierung hat nun grünes Licht für die Förderung dieses weltweit größten Wellenkraftwerks gegeben. Bereits ab 2008 will man mit der Anlage genug Energie produzieren, um 2000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Das lässt sich die Regierung Schottlands nahezu 20 Millionen Euro kosten.

Die geplante Anlage vor den Orkney-Inseln basiert auf der so genannten Pelamis-Technologie, die von der schottischen Firma Ocean Power Delivery entwickelt wurde. Der Begriff leitet sich nach dem griechischen Wort für Seeschlange „Pelamis“ ab. Herzstück dieser neuartigen Kraftwerke sind mehrere acht Meter lange Stahlröhren, die so auf der Wasseroberfläche schwimmen, dass sie von den Wellen auf und ab bewegt werden können. Diese Röhren sind nicht starr, sondern bestehen aus mehreren Segmenten, die mit speziellen Scharnieren zusammengefügt sind. Bewegen sie sich nun auf der rauen See, werden die einzelnen Segmente gegeneinander verschoben. Besondere Hydraulikgeneratoren sorgen dann dafür, dass diese Bewegungen in Energie umgesetzt werden können.

Bereits seit 2004 wird diese Technologie vor den Orkney-Inseln getestet, bei einem Projekt an der Nordküste Portugals konnte bereits ausreichend Energie produziert werden, um etwa 1.500 Haushalte mit Strom zu beliefern.

„Das Projekt ist ein Meilenstein auf dem Weg Schottlands zu einem weltweiten Führer im Bereich mariner erneuerbarer Energien", sagt Simon McMillan von Scottish Power. Das Projekt werde das Leistungspotenzial dieser erneuerbaren Form der Energiegewinnung demonstrieren. „Schottland besitzt das Potenzial, ein Viertel der europäischen marinen Energie zu produzieren."

Auch wenn das Raumangebot für Wellenkraftwerke in Küstennähe natürlich stark begrenzt ist, sieht auch Hermann-Josef Wagner hier ein großes Potenzial und hält sie für einen „wichtigen Baustein für eine nachhaltige Energieversorgung."

Autor: Jürgen Brück
Bild: Ocean Power Delivery

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