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Thema Geothermie/ Wärmepumpen vom 06.02.2007 @ 12:35:25 CET


Wachstum - und kein Ende in Sicht


Aktuelle Geothermie News Die Geothermie boomt. Solche Meldungen liest man in der letzten Zeit häufig. Nun gab der Bundesverband Geothermie (GtV-BV) die Bilanz für das Jahr 2006 bekannt und zeigt sich selber über die Zuwachsraten dieser Branche überrascht: Man verzeichnete gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 100 %.

Im Jahr 2006 waren in Privathäusern, Gewerbebetrieben und öffentlichen Einrichtungen 24.000 neue Erdwärmesysteme installiert worden. Insgesamt, so nimmt der GtV-BV an, sind derzeit im Bereich der oberflächennahen Geothermie bundesweit ungefähr 100.000 Anlagen in Betrieb. Monatlich kommen nach Verbandsschätzungen ca. 2.000 neue Anlagen hinzu.

Ralf Schramedei, Leiter der Sektion oberflächennahe Geothermie des GtV-BV wundert sich nicht über die steigende Beliebtheit dieser Technologie: „Mit [Erdwärmesystemen] kann man sich weitgehend und auf Dauer unabhängig von den steigenden Kosten für fossile Energieträger machen.“ Angesichts der Preiskapriolen, die die öffentlichen Energieversorger in den letzten Jahren geschlagen haben, ist eine solche Vorstellung natürlich für den Verbraucher äußerst reizvoll.

Aber nicht nur private Nutzer und Kleinbetriebe zeigen sich an der Geothermie interessiert. Fast 80 Megawatt Leistung werden außerdem aus geothermischen Fernwärmenetzen bereitgestellt. In 2007 sollen drei neue geothermische Kraftwerke (Bruchsal, Landau/Pfalz und Unterhaching) in Betrieb gehen, bei denen sämtlich auch eine Wärmenutzung vorgesehen ist. Das geothermische Heizwerk in Erding muss wegen der starken Nachfrage zudem seine Kapazitäten verdoppeln. Diese Großanlagen bedienen sich meist der Erdwärme aus tieferen Schichten. „Steigende Energiepreise und hohe Versorgungssicherheit machen die tiefen Ressourcen immer interessanter," freute sich Horst Kreuter, Leiter der Sektion Tiefe Geothermie.

Insgesamt steht in Deutschland in diesem Frühjahr erstmals m

ehr als 1 Gigawatt Wärme aus geothermischen Ressourcen zur Verfügung. "Geht die Entwicklung so weiter, ist die Geothermie ist auf dem besten Weg, mittelfristig Deutschlands wichtigste Wärmequelle zu werden," stellte GtV-BV Präsidentin Probst fest.

Diese steigende Nachfrage stellt die Branche allerdings auch vor erste Probleme: So herrscht im Moment vor allem bei den Bohrunternehmen ein eklatanter Fachkräftemangel. Außerdem müsse die Branche verstärkt in neue Bohrgeräte investieren, erklärte er, um die Nachfrage aus der Bevölkerung bedienen zu können. Daher kommt es bereits jetzt zu Wartezeiten, bis eine neue Erdwärmeanlage installiert werden kann.

Dennoch solle man sich lieber in Geduld üben, als auf vorschnelle Versprechungen unseriöser Unternehmen einzugehen. „Darauf kann man gar nicht deutlich genug hinweisen. Billig wird da oft schnell teuer,“ betonte Schramedei. Der GtV-BV hat eine Broschüre verfasst, in der sich die wichtigsten Informationen über dieses Thema befinden. Sie kann unter www.geothermie.de bestellt werden.

Autor: Jürgen Brück

J_Brueck













     
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