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Kurz vor zwölf für das Klima

Thema: Erneuerbare-Energie | 30.01.2007 | Aufrufe: 3906 | Bewertung: (1 Bewertungen)

Angesichts ständig neuer Horrorszenarios den Klimawandel betreffend, fragen sich immer mehr Menschen, ob diese unschönen Entwicklungen überhaupt noch aufzuhalten sind. Eine jüngst von Greenpeace und dem Europäische Rat für Erneuerbare Energien (EREC) in Berlin vorgestellte Studie kommt zu dem Schluss, dass es für einen grundlegenden Wandel noch nicht zu spät ist.

Wenn die weltweite Energieversorgung sofort völlig umgebaut wird, kann der drohende Klimakollaps noch aufgehalten werden – so lautet die Kernaussage der Studie. Demnach könnten die erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2050 die Hälfte des gesamten Energiebedarfs decken, wenn man gleichzeitig in allen Bereichen auf eine deutlich gesteigerte Energieeffizienz achtet. Der Ausstoß an Kohlendioxid würde in einem solchen Szenario in derselben Zeitspanne um 50% gesenkt.

Erarbeitet wurde der Report in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrttechnik (DLR) sowie 30 Wissenschaftlern und Ingenieuren aus der ganzen Welt. Gerade diese internationale Zusammenarbeit war wichtig, um zu einer realistischen Abschätzung des Ausbaupotenzials der erneuerbaren Energien, der Energieeffizienz und der Nutzung dezentral eingesetzter Kraft-Wärme-Kopplung kommen zu können. Nur auf einer solchen Grundlage lassen sich nämlich seriöse Prognosen erstellen. Zudem berücksichtigten die Autoren die gängigen Prognosen zum weltweiten Wirtschaftswachstum (hier insbesondere die erwarteten schnellen Zuwachsraten in China, Indien und Afrika).

„Mit dem Weltenergieszenario zeigen wir, dass es geht. Es gibt ein Wirtschaftswachstum ohne Klimazerstörung“, sagte Jörg Feddern, Energie-Experte von Greenpeace bei der Präsentation der Studie. „Wir rechnen vor, wie man nach und nach auf die klimaschädliche Kohle und die Atomenergie verzichten kann. Erneuerbare Energien sind wettbewerbsfähig, wenn die Regierungen die Subventionen für fossile und atomare Energien abbauen und das Verursacherprinzip für Verschmutzer eingeführt wird.“

Oliver Schäfer, der Politik-Direktor des EREC, führte zu diesem Punkt noch weiter aus: „Der Weltmarkt für erneuerbare Energien kann in einer zweistelligen Rate bis 2050 wachsen und dann so groß sein wie heute die fossilen Energien. Das Wachstum der Wind- und Solarindustrie könnte sich alle drei Jahre verdoppeln. Gerade Deutschland könnte als Weltmarktführer bei Wind- und Solartechnik besonders profitieren. Angesichts dieser wirtschaftlichen Chance rufen wir die Entscheidungsträger weltweit auf, diese Vision Realität werden zu lassen. Es ist nur eine Frage des politischen Willens - technische und ökonomische Barrieren gibt es nicht, zeigt der Report.“

Aber, zu diesem Schluss kommt die Studie auch, es ist schnelles Handeln erforderlich. Für das Klima ist es kurz vor zwölf. Innerhalb der nächsten 10 Jahre, so heißt es, müsse die weltweite Energieversorgung umgestellt werden, um das Ablaufen der Uhr zu verhindern. Hierzu seien nicht nur erhebliche Anstrengungen, sondern auch ein unbedingter Wille der Politik erforderlich, die für die nötigen Rahmenbedingungen sorgen müsse.

Die komplette Studie ist im Internet hier herunterladbar.

Autor: Jürgen Brück
Bild: Greenpeace

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