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Nach Rapsöl und Biodiesel kommt BtL

Thema: Bioenergie | 03.01.2007 | Aufrufe: 5537 | Bewertung: (15 Bewertungen)

Was ist dran am Biokraftstoff der 2. Generation? Einerseits wird der so genannte BtL-Sprit als die große Hoffnung im Bioenergiesektor in Aussicht gestellt, andererseits wird über vorhandene Defizite gegrübelt. Eine aktuelle Studie der Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) hat jüngst ergeben, dass "Biomass to Liquid" (BtL) technisch machbar und eine der vielversprechendsten Optionen im Kraftstoffbereich ist…

„Biomass to Liquid - BtL Realisierungsstudie“ – unter diesem Titel hat die dena einen neuen Bericht erstellt, der vornehmlich von Unternehmen der Automobilindustrie, Mineralölwirtschaft, Großchemie sowie von Bundesministerien und der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe e.V. mitfinanziert wurde. Eines der Ergebnisse lautet, dass in Deutschland ausreichend Biomasse für die großtechnische BtL-Produktion vorhanden wäre, um rund 20 % des heutigen Kraftstoffverbrauchs zu decken. Bis zum Jahr 2030 liege das Potenzial bei bis zu 35 %. „BtL erweist sich als eine der aussichtsreichsten Technologien zum Einsatz erneuerbarer Energien im Kraftstoffbereich", betonte Dr. Thomas Schlick, Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VDA).

In der Studie wurden exemplarisch Biomassebeschaffungskonzepte für verschiedene Standorte geprüft, die sich sowohl hinsichtlich des Biomasseumfelds als auch hinsichtlich der Infrastruktur unterscheiden. Alle Fünf erfüllen die grundsätzlichen Anforderungen, dass ausreichend Biomasse im Umland verfügbar ist oder günstig angeliefert werden kann.

Da BtL-Kraftstoffe ohne Probleme in heutigen Motoren verwendet werden können, sind sie unbeschränkt nutzbar. Zudem sei von Vorteil, dass verschiedene Pflanzenarten als Substrate genutzt werden könnten (Holz, Bio-Abfälle, Energiepflanzen). Die pro Flächeneinheit erzielbare Kraftstoffmenge liegt mit 4000 Litern pro Hektar dadurch vergleichsweise hoch, wobei auch Biogas ähnlich gute Zahlen vorweisen kann (5000 l/ha). Bezüglich der Kosten für die Produktion von einem Liter BtL-Kraftstoff errechnete die dena einen Preis von weniger als 80 Cent, wenn die vorhandenen Optimierungspotenziale ausgeschöpft würden.

Der Biokraftstoffanteil innerhalb Deutschlands soll bis zum Jahr 2015 auf 8 % des gesamten Kraftstoffabsatzes ansteigen.

Autor: Sven Geitmann

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