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 | Thema Photovoltaik (Solarstrom) vom 28.12.2006 @ 11:31:39 CET
Das Solarhaus der Zukunft
Im Rahmen der Kampagne „Solar Decathlon 2007“ werden Studententeams von 20 Universitätsteams im Herzen Washingtons unweit des Weißen Hauses um den Preis für das innovativste, funktionalste und schönste Solarhaus wetteifern. Ein Team der Technischen Universität Darmstadt wurde auch - wir berichteten bereits darüber - in die Vereinigten Staaten eingeladen. Nun werden erste Einzelheiten über das Solarhaus aus Darmstadt bekannt.
Die Anforderungen an die dort präsentierten Bauten sind hart: So darf das zu erstellende Haus nicht mehr als 75 m² Nutzfläche haben und die Gebäudetechnik des "Year 2015 prototype home" muss komplett auf der Sonnenenergie-Nutzung basieren. Es bedarf also genauer Planung, um den Anforderungen gerecht zu werden.
Dem Raumproblem - 75 m² Nutzfläche sind nicht gerade viel für ein Eigenheim - begegnet man mit einem innovativen Raumkonzept. Alle Möbel sind in einer Bodenplattform integriert und lassen sich bei Bedarf vollständig verstauen. So kann man mit wenig Aufwand viel Platz schaffen. Im Inneren des offenen Wohnraums nimmt ein kleiner Kern die Funktionsräume und die vertikale Haustechnik auf. Dieser Kern ist auf ein Mindestmaß reduziert. Aber auch er kann bei Bedarf vergrößert werden, sodass Küche und Bad dann ausreichend Platz auch für Gäste bieten. Bei der Wahl der Materialien stehen nachwachsende, naturnahe und recycelbare Baustoffe im Vordergrund.
Auch die weiteren Überlegungen der Studenten aus Darmstadt können sich sehen lassen: Das Gebäude ist in Schichten aufgebaut - verschiebbare Holzlammellen bieten den Bewohnern Schatten und Sichtschutz. Eine hochdämmende transparente und transluzente Fassadenschicht fungieren als thermische Hülle. Die Schichtung ermöglicht ein Öffnen, Schließen, Erweitern und Schrumpfen des Wohnraumes mit Tages- und Jahreszeiten. Die Lamellenhülle gestattet in Sommernächten eine natürliche Lüftung bei gleichzeitig gewahrter Sicherheit und Privatheit der Bewohner. Überhänge im Süden bieten Sonnenschutz im Sommer und ermöglichen einen beschatteten Freisitz. Boden und Decke werden mit Vakuumdämmpanelen hochgedämmt, Speichermassen in Decken und Wänden sorgen für Temperaturausgleich. Auch ist der Einsatz feuchteregulierender Materialien wie zum Beispiel Lehm im Innenraum vorgesehen. Größtmögliche Transparenz der Gebäudehülle sorgt für maxima
les Tageslicht im Innern und spart somit elektrische Beleuchtung.
Aber diese passiven Elemente in der Architektur des Hauses reichen noch nicht aus, um den Entwurf an Wettbewerbs tauglich zu machen. Es sind auch aktive Systeme notwendig. Photovoltaik und solarthermische Elemente werden dabei grundsätzlich in die Gebäudehülle integriert. Sie können, wie entsprechende Simulationen bereits gezeigt haben, eine ausrechende Energieversorgung sicherstellen. Im Bereich der Veranda werden die Photovoltaikelemente gleichzeitig als Sonnenschutz genutzt. Eine Plattform im Boden nimmt alle Technologien auf, die die gewonnene Energie speichern, verarbeiten und verteilen. Die Hausgeräte werden hinsichtlich ihres Energieverbrauchs optimiert: Restwärme wird zur Energiegewinnung mit eingesetzt. Kühlung, Heizung und Lüftung werden optimal miteinander kombiniert und mit geringstmöglichem Energiebedarf betrieben.
Alles in allem präsentiert sich hier ein ausgereiftes Konzept. Im Herbst 2007 wird sich dann zeigen, ob auch die Juroren des Solar Decathlon von den Überlegungen aus Deutschland überzeugt werden können.
Autor: Jürgen Brück
Bild: TU Darmstadt
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Photovoltaik (Solarstrom)
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