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Thema Photovoltaik (Solarstrom) vom 23.12.2006 @ 15:27:10 CET


Superlative im Solarland Deutschland


Zum Jahresende 2007 hat die deutsche Solarbranche zwei Superlative zu vermelden: Im nordfriesischen Rodenäs ist nun die größte Solaranlage Norddeutschlands in Betrieb genommen worden und im Süden, genauer gesagt im bayerischen Landkreis Aichach- Friedberg, ging eine der größten Aufdach- Solaranlagen Deutschlands ans Netz.

Wer im Zusammenhang mit den Erneuerbaren Energien an Norddeutschland denkt, wird wohl in erster Linie Windräder in Sinn haben. Dass in dieser Region auch Solaranlagen eine überdurchschnittliche Stromausbeute liefern können, zeigt ein 2-Megawatt-System im nordfriesischen Rodenäs. Der Globalstrahlungswert betrage an diesem Ort 991 (ab einem Wert von 120 sprechen die Experten von Sonnenschein) und sei somit ähnlich hoch wie an guten Standorten im süddeutschen Raum, betonen Armin Wulf und Frank Groneberg, Geschäftsführer der Solarpark Rodenäs GmbH. Auch bezüglich der Anzahl von Sonnenstunden steht der norddeutsche Standort sehr gut da.

Die küstennahe Lage des Solarparks bietet sogar einen wesentlichen Vorteil gegenüber anderen Standorten. Durch die stets wehende „steife Brise" werden die Solarmodule immer gut gekühlt und können sogar mehr Leistung bringen. Bei den bisher in der Region installierten Dachanlagen habe man aufgrund dessen bereits Erträge von deutlich mehr als 1.000 Kilowattstunden Solarstrom pro installiertem Kilowatt Photovoltaik-Leistung (kWp) erreicht, berichtet Groneberg. Für den neuen Solarpark prognostizieren Gutachter der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) und des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) laut Groneberg folglich einen Ertrag von rund 1.160 Kilowattstunden pro installiertem Kilowatt Leistung. Um einen besonders guten Ertrag zu erzielen, sind die Solarmodule auf 702 Drehtischen montiert und können der Sonne nachgeführt werden. Die Steuerung dieser Nachführung erlaubt es zudem, die Module bei zu starkem Wind so auszurichten, dass sie keinen Schaden nehmen. Dieser Vorgang erfolgt automatisch.

Der Ökostromanbieter Greenpeace energy eG hat auf drei Hallendächern im bayerischen Landkreis Aichach-Friedberg rund 8.500 Solarmodule auf einer Fläche vom 31.000 Quadratmetern montiert. Diese Anlage, die eine Größe von vier Fußballfeldern aufweist, erbringt eine Spitzenleistung von insgesamt 1,56 MWp. „Die Anlage bei den Orten Dasing und Sielenbach ist das größte Photovoltaik-Kraftwerk, das bisher in Deutschland von einem Ökostromanbi

eter gebaut wurde", sagt Sönke Tangermann, Geschäftsführer bei Planet energy. „Das ist ein Meilenstein in der Realisierung von Solarenergie durch einen Stromversorger." Das Unternehmen erwartet einen Jahresertrag von 1,5 Millionen Kilowattstunden, genug, um damit 500 Haushalte zu versorgen.

Bemerkenswert an diesem Projekt ist aber nicht nur die Anlage selber und ihre Leistung, sondern auch das Finanzierungskonzept. Planet energy finanziert das Eigenkapital des Photovoltaikprojektes unter anderem mit Mitteln aus Genussrechten, die zurzeit auf dem Kapitalmarkt ökologisch orientierten Anlegern zur Zeichnung angeboten werden.

Greenpeace energy eG, ist eine unabhängige Genossenschaft, die ausschließlich ihren Mitgliedern gehört, ist mittlerweise zweitgrößter bundesweiter Anbieter von Ökostrom und versorgt rund 60.000 Privat- und Gewerbekunden. Erklärtes Ziel des Unternehmens ist die Unabhängigkeit von der etablierten Stromwirtschaft - von der Produktion über den Handel bis zur Versorgung der Kunden. Man sieht dort die neue Anlage als einen weiteren Schritt zur Realisierung dieses Ziels.

Autor: Jürgen Brück
Bild: Sputnik Engineering AG

J_Brueck













     
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