Thema Umwelt/ Energiesparen vom 04.12.2006 @ 08:16:47 CET
Den Bock zum Gärtner gemacht
Anlässlich des Beschlusses des Deutschen Bundestages "Die Zeit nach dem Kyoto-Protokoll gestalten - entschieden dem Klimawandel entgegentreten" unterstrich Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die Bedeutung des Klimaschutzes. Jetzt macht die Bundesregierung mit der Berufung von Lars G. Josefsson, dem Chef des Energiekonzerns Vattenfall, zum Klimaexperten, den Bock zum Gärtner.
„Ich begrüße den Bundestagsbeschluss. Klimaschutz ist einer der zentralen Schwerpunkte der Politik der Bundesregierung. Wir stehen vor der Herausforderung, in Deutschland, Europa und weltweit in den nächsten 10-15 Jahren die Weichen so zu stellen, dass der Klimawandel nicht zu katastrophalen Auswirkungen führt.“ So hatte Gabriel noch am 10. November getönt. Wie wenig derartige Statements der Bundesregierung
offenbar ernst zu nehmen sind, zeigt ihre Personalpolitik. Andree Böhling, Energieexperte von Greenpeace, kommentiert diese Politik auf den Internetseiten der Umweltorganisation mit den folgenden Worten:
„Die Bundesregierung verspielt jegliches Ansehen beim Thema Klimaschutz. Nicht genug, dass Umweltminister Gabriel für seine industriefreundliche Interpretation des Emissionshandels einen Blauen Brief aus Brüssel erhält, zumal er Klimaschutz mit der Förderung von Braunkohlekraftwerken verwechselt. Nun macht die Bundesregierung mit Josefsson auch noch den Chef von Vattenfall zu ihrem Klimaschutzbeauftragten. Den Chef eines Konzerns, der für den Abbau und die Verstromung von Braunkohle, dem klimaschädlichsten Energieträger überhaupt, steht. Das ist dreist.
Es ist ein Affront und Realsatire, wenn Frau Merkel beim Klimaschutz nicht mehr auf ihre Sachverständigenräte hören will, sondern auf einen Konzernchef, der sich als vermeintlicher Klimaschützer präsentiert, aber vor allem an der Klimazerstörung verdient. Da kann man nur hoffen, dass Brüssel ab sofort das Klima vor der Bundesregierung schützt.“
Autor: Jürgen Brück, Greenpeace Deutschland
 J_Brueck
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