Thema Umwelt/ Energiesparen vom 01.12.2006 @ 10:49:13 CET
Münster ist die Bundeshauptstadt im Klimaschutz
Das Erste, was einem Besucher in der westfälischen Stadt Münster auffällt, sind die vielen Radfahrer. Die Stadt scheint vor Zweirädern nahezu überzuquellen. Anders als in anderen Metropolen ist man in Münster jedoch schon seit langem bemüht, den Fahrradverkehr zu fördern und die Stadt fahrradgerecht zu gestalten. Damit leistet man einen Beitrag zum Umweltschutz und gestaltet gleichzeitig die Stadt für ihre Bewohner viel lebenswerter. Dem Umweltschutz wird in Münster aber auch darüber hinaus eine große Bedeutung beigemessen.
Das blieb auch der Deutschen Umwelthilfe (DUH) nicht verborgen und so kann sich Münster nun mit dem Titel "Bundeshauptstadt im Klimaschutz" schmücken. Bereits zum zweiten Mal erhält die Stadt - nach 1997 - nun diese Auszeichnung. Münster habe mit innovativen Energiesparkonzepten in seinen Liegenschaften und in der Siedlungsentwicklung, mit einer klimaschonenden Verkehrspolitik, einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit sowie einer motivierenden Bürgerbeteiligung im Klimaschutzprozess überzeugt, heißt es in der Begründung der DUH. Seit Jahrzehnten setze sich die Stadt in vielen Bereichen für den Klimaschutz ein. So verfüge Münster beispielsweise über das größte Fahrradparkhaus Deutschlands und könne darüber hinaus auch ein durchdachtes Verkehrskonzept aufweisen.
Am diesjährigen Wettbewerb haben 78 Kommunen teilgenommen. Neben dem Ausbau einer klimaschonenden Energieerzeugung wurden Spar- und Effizienzmaßnahmen in kommunalen Liegenschaften sowie Klimaschutzmaßnahmen beim Verkehr und in der Stadtplanung bewertet. Außerdem achtete man bei der Bewertung darauf, dass die Kommunen der Beratung von Bürgern und Unternehmen sowie einer kreativen Öffentlichkeitsarbeit in Sachenumweltpolitik eine große Bedeutung beimessen. Professor Dr. Harald Kächele, der Bundesvorsitzende der Deutschen Umwelthilfe (DUH) kommentiert die Ergebnisse so: „Die Ergebnisse des Wettbewerbs zeigen eindrücklich, dass die am Wettbewerb teilnehmenden Kommunen auf vielen Gebieten einen wichtigen und sehr handfesten Beitrag zur Realisierung der nationalen Klimaschutzziele leisten.“
Auch der Vorsitzende der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die den Wettbewerb unterstützt, unterstreicht die Bedeutung des Klimaschutzes: „Wir müssen die Anstrengungen für den Klimaschutz verstärken. Konsequent muss der mit Kyoto eingeschlagene Weg weiter gegangen werden. Die Wirksamkeit ge
nutzter Energie muss gesteigert, der Einsatz erneuerbarer Energieträger forciert werden, um den Treibhauseffekt zu begrenzen. Das ist für die DBU ein Förderschwerpunkt."
Vor diesem Hintergrund erlangen Initiativen, wie sie die Stadt Münster - aber auch die anderen platzierten Kommunen - zeigen, eine besondere Bedeutung. Da bleibt zu hoffen, dass sich in den kommenden Jahren möglichst viele Städte und Kommunen im Sinne des Preises darum bemühen, für ein Jahr die „Bundeshauptstadt im Klimaschutz“ zu werden. In diesem Jahr konnten sich neben Münster die folgenden Städte und Gemeinden platzieren:
Sieger der Gesamtwertung und gleichzeitig in der Teilnehmerklasse über 100.000 Einwohner
1. Münster (NRW), 2. Freiburg (BW), 3. Hamburg und Heidelberg (BW).
In der Teilnehmerklasse von 20.001 bis 100.000 Einwohner:
1. Esslingen (BW) und Rastatt (BW), 2. Norderstedt (SH).
In der Teilnehmerklasse bis 20.000 Einwohner:
1. Wettenberg (HE), 2. Königsfeld im Schwarzwald (BW), 3. Diepholz (NI) und Ottobrunn (BY).
Sonderpreise:
Ascha (BY) und Herrnhut (SN).
Autor: Jürgen Brück
Bild: Stadtwerke Münster
 J_Brueck
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