 | Thema Photovoltaik (Solarstrom) vom 16.06.2003 @ 12:07:35 CEST
Anzeige 16.06.2003 Gesetzesnovelle muss wirtschaftliche Solarstromerzeugung ermöglichen
Solarindustrie will internationalen Marktvorsprung ausbauen
Die
Solarbranche erwartet von der Bundesregierung die Beibehaltung verlässlicher
Rahmenbedingungen zur Markteinführung von Solarstromtechnologie (Photovoltaik). ...
Solarindustrie will internationalen Marktvorsprung ausbauen
Die
Solarbranche erwartet von der Bundesregierung die Beibehaltung verlässlicher
Rahmenbedingungen zur Markteinführung von Solarstromtechnologie (Photovoltaik).
Da spätestens Ende des Jahres das 100.000 Dächer-Solarstrom-Förderprogramm
ausläuft, müsse im Rahmen der anstehenden Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes
(EEG) der ausfallende Subventionswert rechtzeitig ausgeglichen werden, fordern
übereinstimmend die Wirtschaftsverbände Bundesverband Solarindustrie
(BSi) und Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) und haben dazu ein gemeinsames
Positionspapier erarbeitet. Die im EEG geregelte Vergütung für Solarstrom
soll künftig allein den wirtschaftlichen Betrieb einer Solarstromanlage
ermöglichen.
Die Solarförderung hat in den letzten vier Jahren einen regelrechten Investitionsboom
ausgelöst und Deutschland bei der Photovoltaik auf Platz 2 im Weltmarktvergleich
aufrücken lassen (Platz 1: Japan, Platz 3: USA). Nach Berechnungen der
Solarverbände wurden durch die Förderprogramme Investitionen in Höhe
von über drei Milliarden Euro ausgelöst. Für rund zwei Milliarden
Euro haben in den vergangenen vier Jahren über 50.000 deutsche Eigenheimbesitzer
Solarstromanlagen errichtet. Um die gestiegene Nachfrage zu bedienen und dem
Wettbewerb standzuhalten investierte die deutsche Wirtschaft gleichzeitig nahezu
eine Milliarde Euro in den Auf- und Ausbau von über 30 deutschen Solarfabriken.
Durch Massenproduktion und erhebliche marktorientierte Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen
konnten die Kosten der Photovoltaik in den letzten vier Jahren um über
20 Prozent gesenkt werden. Das EEG gilt deshalb weltweit als das effizienteste
Instrument zur Markteinführung von Solarstrom.
In
den letzten Jahren haben Bauherren von Solarstromanlagen in Deutschland zwei
Investitionshilfen erhalten: Ein zinsgünstiges Darlehen nach dem 100.000
Dächer-Programm (HTDP) und eine durch das EEG gesetzlich garantierte Vergütung
von Solarstrom (derzeit: 45,7 Cent/kWh). Zukünftig soll allein das EEG
- nach dem Vorbild der Windkraft - unabhängig vom Bundeshaushalt einen
wirtschaftlichen Betrieb von Solarstromanlagen ermöglichen, so die Vorstellungen
der Solarverbände.
In ihrem gemeinsam erarbeiteten Positionspapier beziffern die Branchenverbände
die wirtschaftliche Vergütung mit 65 ct pro Kilowattstunde (kWh) Solarstrom
für Anlagen auf Privathäusern. Größere Anlagen, die im
Rahmen von Beteiligungsmodellen erstellt werden, benötigen nach Angaben
der Verbände nur 53 ct/kWh. Außerdem hält die Solarbranche eine
Berücksichtigung der unterschiedlichen Sonneneinstrahlung in Süd-,
Mittel- und Norddeutschland für erforderlich. Diese unterscheidet sich
zwar nur um plus/minus 10 Prozent, doch führt schon diese kleine Abweichung
dazu, dass Anlagen nicht wirtschaftlich betrieben werden können, im Süden
soll die Vergütung deshalb um 10 % reduziert, im Norden um 10 % erhöht
werden.
Bis die notwendigen Gesetzesänderungen tatsächlich in Kraft treten,
müssen die zinsgünstigen, staatlich subventionierten Darlehen im Rahmen
des HTDP jedoch weiterhin angeboten werden, appellieren die Verbände an
das Umweltministerium. Eine Unterbrechung der Förderung und damit ein Abbruch
der Nachfrage müsse in jedem Fall vermieden werden. Bundesumweltminister
Jürgen Trittin kündigte die Gesetzesnovelle für den Beginn nächsten
Jahres an.
Die Solarindustrie strebt weitere ehrgeizige Kostensenkungen an, weist jedoch
darauf hin, dass sich diese nur bei einem kontinuierlichen weiteren Marktwachstum
erreichen lassen. Für die Investitionssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit
deutscher Solarfabriken sei eine wachsende Photovoltaiknachfrage existenziell.
Diese setze unabdingbar den wirtschaftlichen Anlagenbetrieb voraus. Denn alle
Erfahrungen würden zeigen, dass die Bereitschaft, ein ökologisches
Investment zu tätigen, dann groß ist, wenn dieses eine marktübliche
Rendite erwirtschaftet. Schon geringe Verluste seien hingegen ein K.o.-Kriterium
für die Kaufbereitschaft.
Im Rahmen der EEG-Novelle müssen nach Ansicht der Solarverbände neben
der Festsetzung einer wirtschaftlichen Einspeisevergütung und der Differenzierung
der Vergütungshöhe nach Anlagengröße und Strahlungsintensität
folgende weitere Aspekte berücksichtigt werden:
Die bisherigen Größenbegrenzungen für Solaranlagen entfallen.
Bislang gilt eine 5 MWp-Grenze für bauliche Solaranlagen und eine 100
kWp-Grenze für Freiflächenanlagen.
Um der Solarindustrie und ihren Kapitalgebern ausreichend Investitionssicherheit
für ihr Engagement zu geben, ist die Marktlimitierung durch den 1.000
MWp-Deckel aufzuheben und damit den anderen Erneuerbaren Energien-Technologien
anzupassen.
Um den Nutzerkreis zu erweitern
sollten zukünftig auch Investoren die
Solarstromvergütung erhalten, die zu mehr als 25 Prozent der Bundesrepublik
Deutschland oder einem Bundesland gehören.
Damit es im Jahr 2003 während der politischen Abstimmung der Gesetzesnovelle
zu keinem Markteinbruch kommt, fordern die Solarverbände schliesslich,
alle Antragsteller rückwirkend in den Genuss der Solarstromvergütung
kommen zu lassen, die noch in diesem Jahr eine Solarstromanlage errichten.
Das weltweite Marktpotenzial für Solartechnik ist gewaltig. Bereits im
Jahr 2017 wird nach Prognosen der Solarverbände ein Weltmarktvolumen von
100 Milliarden überschritten. Erhebliche Marktzuwäche erhofft sich
die Solarbranche neben den Industrieländern auch durch die solare Elektrifizierung
der Schwellenländer. Deshalb setzt die Solarindustrie auch verstärkt
auf den Export. Ein wachsender deutscher Inlandsmarkt bleibt für die Expansionspläne
der deutschen Solarbranche jedoch vorerst unverzichtbar.
Die Verbände BSi und UVS vertreten gemeinsam über 500 deutsche Solarunternehmen.
Quelle:
 sanitaerbund
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