Thema Photovoltaik (Solarstrom) vom 03.11.2001 @ 09:05:27 CET
Anzeige Ja, wohin wachsen sie denn?
Astropower expandiert und zwar in alle Richtungen: Die Produktionskapazität wird dieses Jahr verdoppelt, die APex-Zellen sind inzwischen 203 mm breit und die Produktpalette wächst...
Der Blick in die Produktionshalle von Astropower ist heute schon beeindruckend: Drei parallele Zellfertigungslinien haben an dem High-Tech-Standort Newark, Delaware, in einer Halle Platz. Kapazität 35 MWp. Einige weitere Linien sind für Dezember 2001 geplant, die die Kapazität auf 65 MWp fast verdoppeln sollen. Doch damit nicht genug. Der seit 1998 börsennotierte PV-Hersteller plant für 2002 noch einmal die gleiche Halle aufzubauen, um die Kapazität erneut zu verdoppeln.
Diese Ausbaupläne dienen rein der Herstellung der feinstrukturierten polykristallinen Solarzellen mit dem Namen APex. Statt Solarsilizium in Blöcke zu gießen und anschließend in Scheiben zu zersägen, entwickelte Astropower in den letzten zehn Jahren ein Bandziehverfahren, bei dem Silizium als Breitband in einem kontinuierlichen Prozess auf einen Träger aufgebracht wird. Der eindeutige Vorteil: eine hohe Prozessgeschwindigkeit und große Flächen. Astropower konnte die Breite des Siliziumbandes innerhalb von vier Jahren von 30 cm auf inzwischen 2 m knapp versiebenfachen.
Die Nachteile sind die derzeit noch großen Schichtdicken von 500 μm, deutlich größer als bei mono- und poly-Wafern mit 300 μm. Allerdings wird nach eigenen Aussagen für das Bandziehverfahren kein so reines Silizium benötigt wie für das Blocksägen. Der zweite Nachteil: Der Wirkungsgrad ist deutlich niedriger als bei den herkömmlichen Siliziumtechnologien, allein deshalb, weil die zahlreichen Korngrenzen in der feinkristallinen Struktur die Wanderung der Ladungsträger durch den Halbleiter behindert. Der Wirkungsgrad der bisher größten APex-Zellen mit 8 Inch bzw. 203 mm Kantenlänge – bis letzten Jahr wurden nur 6-Inch-Zellen (155 mm) angeboten - liegt knapp über 10%. Der Modulwirkungsgrad des daraus gefertigten 90-Wp-Modul – wie es Sunset seit Anfang des Jahres anbietet - erreicht rund 8,9 %. Doch der Preis scheint zu stimmen. Zumindest liegt im Preiskatalog von Sunset der Wp-Preis der 90-Wp-APex-Module unter dem Wp-Preis der 110-Wp-Siemens-Module.
Seit diesem Sommer werden neben dem Apx-90 noch drei weitere Modulgrößen mit den bandgezogenen Zellen angeboten. Das größte hat 150 Wp – Varianten mit 140 und 130 Wp sollen folgen. Mit zur neuen Produkt-Palette gehört auch das APx-75, das bei gleicher Spannung wie das 150er durch Halbierung der 32 8-Inch-Zellen nur 75 Wp besitzt. Beim APx-50 werden die Original 8-Inch-Zellen gedrittelt, um so bei gleicher Spannung durch 36 Zellen ein Kleinmodul mit 50 Wp anbieten zu können.
Anscheinend reagiert Astropower bei dieser rasanten Expansion in alle Richtungen auf die stark wachsende Nachfrage. Zumindest bestätigt Vertriebsmanager Peter Aschenbrenner, dass der Absatz in den letzten vier Jahren jeweils um 50% gewachsen sei. Die Umsatzentwicklung bestätigt diese positive Tendenz: 1998 lag der Jahresumsatz noch bei 23,2 Mill. US$, in 2000 erwirtschafteten die inzwischen 450 Mitarbeiter einen Umsatz von 50 Mill. DM. Der Aktienkurs sieht allerdings nicht nach schnellen Kursgewinnen aus, sondern eher nach Gewinnchance, für diejenigen, die einen langen Anlegeatem mitbringen.
Bärbel Epp
 SonneWindWaerme
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