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 | Thema Geothermie/ Wärmepumpen vom 07.11.2006 @ 12:03:19 CET
„Die Leute suchen immer nach der Flamme“
Eine Flamme sucht man natürlich vergeblich in Geothermiekraftwerken. Dafür sorgt hier heißes Wasser für die nötige Energie. Nun soll bei Neuenburg am Rhein ein kleines Geothermiekraftwerk entstehen, in dem sich Interessierte auch über die dort verwendete Technologie informieren können.
Iver Schulte von der norddeutschen Firma Stoltenberg Energie GmbH, die das Kraftwerk errichten wird, hält die Informationen der Bevölkerung über die Geothermie für eine sehr wichtige Angelegenheit. „Die Leute suchen immer nach der Flamme,“ bringt er die allgemeine Unwissenheit auf dem Punkt.
Das Kraftwerk soll auf einer freien Fläche in der Nähe der Autobahnausfahrt Mühlheim/Neuenburg errichtet werden. Wie viele andere Exemplare seiner Art wird dieses Kraftwerk rein äußerlich sehr unscheinbar daherkommen. Lediglich ein bis zwei Container, eventuell ein paar Pumpen dürften dann zu sehen sein. Die entscheidenden Dinge passieren in der es unter der Erde.
Die Fachleute rechnen auf Grundlage von bereits erstellten Gutachten damit, dass sie bei ihrem Bohrungen an diesem Standort auf Wasser mit e
iner Temperatur von 130° bis 140°C stoßen. Ungefähr 80 Liter des heißen Wassers sollen dann pro Sekunde fließen und dafür sorgen, dass 600 bis 700 Haushalte mit Energie versorgt werden. In Neuenburg soll die so genannte Kalina-Technik zum Einsatz kommen, bei der Strom durch die Verdampfung eines Ammoniak-Wasser-Gemischs gewonnen wird.
Eine weitere Zielgruppe für die Energie, die das neue Kraftwerk liefert, stellen Industrieunternehmen dar. Da das Gelände für das geplante Kraftwerk in einem sich entwickelnden Industriegebiet liegt, hoffen die Firmenvertreter, dass sich gezielt auch Betriebe ansiedeln, die mit den rund 70 bis 80 Grad Wärme, die das Kraftwerk liefern soll, gut arbeiten können.
Bis zum Ende des Jahres soll die Finanzierung des ungefähr 20 Millionen € teuren Projekts gesichert sein, versichern Firmenvertreter. Im zweiten oder dritten Quartal 2007, je nach Verfügbarkeit der Bohrfirmen, soll dann der rund 45 Meter hohe Bohrturm aufgestellt werden, etwa ein halbes Jahr wird gebohrt und getestet. 24 Monate nach Bohrbeginn können sich dann schließlich die Turbinen drehen.
Autor: Jürgen Brück
Bild: Stoltenberg Energie GmbH
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Geothermie/ Wärmepumpen
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