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 | Thema Erneuerbare Energie vom 11.07.2006 @ 10:34:31 CEST
Ökonomischer und ökologischer Anbau von Energiepflanzen ist möglich
Die Ergebnisse des ersten bundesweiten Anbauversuchs für Energiepflanzen wurden am 5. und 6. Juli in Dornburg beim „Forum Energiepflanzen“ vorgestellt. Seit 2005 koordiniert die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) das Projekt, mit dem die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) zeigen will, dass Ökologie und Ökonomie keine Gegensätze sein müssen, wenn es um Bioenergie geht.
Das Projekt ist in sechs Teilprojekte untergliedert und soll insgesamt einen Zeitraum von drei Jahren umfassen.
Ein Teilprojekt widmet sich dem Anbau von fünf gleichen Energiepflanzen-Fruchtfolgen an sieben typischen Standorten in Deutschland. Angebaut werden vor allem Mais und Getreidearten, aber auch Sudangras, Luzerne und Kleegras. Als Zwischenfrüchte sind Ölrettich und Futterroggen eingeplant.
Breiter gefasst ist das Artenspektrum bei den ebenfalls im Test befindlichen regionalspezifischen Fruchtfolgen. Neben Topinambur und Erbsen werden Sonnenblumen, Sorten- und Artenmischungen angebaut.
Der Kritik von Landschaftsschützern, dass ganze Landstriche inzwischen fast ausschließlich durch Energiepflanzenanbau in Monokulturen mit den bekannten Folgen für Arten- und Landschaftsschutz sowie Erholungsnutzung geprägt sind, könnte durch diese vielfältigen Fruchtfolgen der Wind aus den Segeln genommen werden.
Das Teilprojekt d
er Uni Kassel untersucht, wie sich das Zweikulturnutzungssystem an unterschiedlichen Standorten für den Energiepflanzenanbau eignet. Dabei folgen einer Winterkultur wie Getreide, Raps oder Leguminosen, die zum Zeitpunkt der maximalen Biomasseausbeute geerntet wird, im gleichen Jahr Zweitkulturen. Das können Mais und Sonnenblumen sein, Amaranth, Sorghum, Sudangras oder Hanf.
In anderen Teilvorhaben geht es um umfassende ökologische und ökonomische Bewertungen der Anbausysteme. Schließlich soll die Kultivierung von Energiepflanzen für die Landwirte auch lukrativ sein. Extensivierungen durch weniger Bodenbearbeitung, Düngung oder Pflanzenschutz werden daher ebenso analysiert, wie beispielsweise der Einfluss von Zusatzbewässerung. In die Gesamtbewertung geht außerdem der Gasertrag ein, den die geernteten Anbaufrüchte in der Biogasanlage erbringen.
Bis 2008 sollen den Landwirten in jeder Anbauregion konkrete Empfehlungen für den Energiepflanzenanbau an die Hand geben werden können.
Die Beiträge des Dornburger Forums sind im Internet unter www.tll.de/vbp einsehbar.
Quelle:
http://idw-online.de/pages/de/news167375
 andreamkessler
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