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 | Thema Fahrzeuge & Mobilität vom 30.06.2006 @ 09:28:30 CEST
Biokraftstoffe auf dem Vormarsch
Die weltweite Abhängigkeit vom Öl könnte bereits in den nächsten Jahrzehnten deutlich sinken, denn Biokraftstoffe wie Ethanol und Biodiesel könnten in vielen Ländern an seine Stelle treten. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Bericht des Worldwatch-Instituts, den die Organisation zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit und der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe verfasst hat.
Derzeit liefert Erdöl noch immer über 96% der Energie für Transport und Verkehr. Die Biokraftstoffproduktion hat sich seit 2001 jedoch bereits verdoppelt und wird noch stärker wachsen, weil die Industrie auf gestiegene Brennstoffpreise und die staatliche Unterstützung für alternative Kraftstoffe reagiert. Dies berichtet das Worldwatch-Institut bei einer Pressekonferenz, auf der der Bericht „Biokraftstoffe für den Transportsektor: Weltweites Potenzial und Implikationen auf die nachhaltige Landwirtschaft und Energieversorgung im 21 Jahrhundert“ vorgestellt wurde.
Brasilien ist derzeit Weltmarktführer im Bereich der Biokraftstoffe. Seine Zuckerrohrernte deckt über 40% des heimischen Kraftstoffverbrauchs (ausgenommen diese). In den USA liefert die Getreideernte derzeit etwa 2% des Kraftstoffverbrauchs. Da die Ethanolproduktion in den Vereinigten Staaten extrem schnell wächst, geht man davon aus, dass die USA Brasilien noch in diesem Jahr als Weltmarktführer auf diesem Sektor ablösen könnten. In beiden Ländern wird Ethanol nach Einschätzung von Experten bereits kostengünstiger als der Ölpreis erzeugt. Man erwartet, dass Biokraftstoffe in den USA innerhalb der nächsten 25 Jahren 37% des Treibstoffbedarfs für Transport und Verkehr liefern können. Sollte sich d
ie alternativen Treibstoffwirtschaft verdoppeln, könnte dieser Wert sogar auf 75% ansteigen. Im gleichen Zeitraum könnten Biokraftstoffe in der Europäischen Union 20 bis 30% des Ölbedarfs decken.
„Abgestimmte Maßnahmen zum Ausbau der Biokraftstoffproduktion und neue Technologien können dem Preisdruck beim Öl senken und gleichzeitig die Landwirtschaft stärken und klimaschädliche Emissionen reduzieren,“ sagt Christopher Flavin, Präsident des Worldwatch-Institutes.
Aber der Bericht macht auf auf landwirtschaftliche und ökologische Risiken aufmerksam. So gibt Suzanne Hunt, die Projektmanagerin des Instituts für Biokraftstoffe, zu bedenken: „Es ist unumgänglich, dass Regierungsinitiativen den Wettbewerb zwischen Nahrungsmittelproduktion und der Treibstofferzeugung minimieren und die Treibstoffproduktion auf ökologisch wertvollem Land verhindern.“ Bei sorgfältiger Planung und Berücksichtigung auch diese Aspekte können Biokraftstoffe aber einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Energieversorgung leisten. Zudem eröffnen sie ländlichen Regionen neue wirtschaftliche Chancen und helfen mit dem Treibhausgasemissionen zu senken.
Autor: Jürgen Brück
 J_Brueck
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