Thema Öko-Investment & Finanzen vom 23.06.2006 @ 11:09:54 CEST
BMU senkt Zuschüsse
Das Marktanreizprogramm zugunsten erneuerbarer Energien (MAP) des Bundesumweltministeriums erfreut sich offenbar großer Beliebtheit. Seit Jahresbeginn sind auf jeden Fall bereits 100.000 Förderanträge gestellt worden. Um bei ungebrochen hoher Nachfrage alle förderungsberechtigten Projekte auch weiterhin mit finanziellen Mitteln unterstützen zu können, hat das Ministerium nun die Zuschüsse gesenkt.
Darüber hinaus müsse auch die gestiegene Wirtschaftlichkeit der geförderten Anlagen berücksichtigt werden, so das Ministerium. Daher sollen die Zuschüsse für Anträge ab dem 01.02.2006 zwischen 20% und 50% gesenkt werden. Mit der Veröffentlichung der vollständigen Richtlinie zum Marktanreizprogramm im Bundesanzeiger, die in den nächsten Tagen stattfinden wird, tritt die Änderungen in Kraft.
Aus dem Marktanreizprogramm werden Solarkollektoren, Pelletkessel und Scheitholzvergaserkessel gefördert. Im Einzelnen sieht die Richtlinie vor:
· Reduktion der Zuschüsse für Solarkollektoren um 35%, d.h. 54,60 € pro Quadratmeter Kollektorfläche für Anlagen zur Warmwasseraufbereitung und zur Bereitstellung von Prozesswärme bzw. 70,20 € für Anlagen zur kombinierten Warmwasseraufbereitung und Raumheizung
· Keine Reduktion der Zuschüsse bei Solarkollektoren über 200 qm (48 € pro Quadratmeter Solarkollektorfläche)
· Reduktion der Zuschüsse für automatisch beschickte Biomassekessel bis zu einer Nennwärmeleistung von 30 kW um 20%, d.h. 38,40 € je kW, mindestens jedoch 1.088,00 € bei Anlagen mit einem Kesselwirkungsgrad von mindestens 90%
· Reduktion der Zuschüsse für automatisch beschickte Biomassekessel mit einer Nennwärmeleistung von über 30kW bis 100 kW um 50%, d.h. 24,00 € je kW
· Reduktion der Zuschüsse für manuell beschickte Holz-Vergaserkessel bis zu einer Nennwärmeleistung von 30 kW um 35%, d.h. 26,00 € je kW, mindestens jedoch 780,00 € bei Anlagen mit einem Kesselwirkungsgrad von mindestens 90%
· Keine Antragsannahme mehr für handbeschickte Biomassekessel über 30 kW (bereits ab dem 1.2.2006 bis zum Inkrafttreten der neuen Richtlinie eingegangen Anträge werden aber noch mit 20,00 € je kW gebilligt)
Auf der einen Seite ist es natürlich erfreulich zu lesen, dass Maßnahmen wie das Marktanreizprogramm sich zu einem vollen Erfolg entwickeln, kann man dies doch als Indikator für eine allgemein steigende Akzeptanz der erneuerbaren Energien werten. Auf der anderen Seite erscheint es jedoch fraglich, ob die jetzige Kürzung der Zuschüsse das richtige Signal ist. Sicherlich kann das Umweltministerium nur die Mittel verteilen, die ihm zur Verfügung stehen. Aber vielleicht sollte man im Sinne einer effektiven Umweltpolitik seitens der Regierung eher darüber nachdenken, die Mittel für derartige Programme im Bedarfsfall zu erhöhen. Dieses Signal wäre auf jeden Fall eindeutig.
Autor: Jürgen Brück
 J_Brueck
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