 | Thema Investment & Finanzierung & Förderung vom 19.04.2006 @ 17:01:55 CEST
Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen berechnen
Der Einsatz erneuerbarer Energien stellt nicht nur ein Beitrag zum Schutz der Umwelt dar, auch in finanzieller Hinsicht lohnen sich derartige Anlagen für ihre Betreiber. Oft spielt auch bei der Vergabe von entsprechenden Krediten eine Prognose über die zu erwartende Rendite der Anlage eine wichtige Rolle.
Dabei geht es nicht nur darum, abzuschätzen, wann die EEG-Einspeiseerlöse die Investitionskosten wieder „eingespielt" haben. Eine ganze Reihe anderer Gesichtspunkte will bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien beachtet werden. Bei Photovoltaikanlagen spielen unter anderem folgende Aspekte eine Rolle:
Zunächst einmal sind alle anfallenden Kosten und die zu erzielenden Erlöse zu ermitteln. Bleiben wir kurz bei den Erlösen. Eine technische Simulation der zu errichtenden Anlage hilft hier sehr weiter. Dabei sollten auf jeden Fall die eingesetzten Module und Wechselrichter berücksichtigt werden. Außerdem müssen langjährige Wetteraufzeichnungen herangezogen werden, um die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaikanlage zu bestimmen.
Wesentlich aufwendiger ist die Bestimmung der anfallenden Kosten. Da gilt es zunächst Werte wie Zählermiete, Wartung, Versicherungen, Rücklagen für Reparaturen (man geht zum Beispiel davon aus, dass der Wechselrichter in einer 20-jährigen Betriebszeit mindestens einmal ausgetauscht werden muss) und Finanzierungskosten zu ermitteln. Nicht immer lassen sich diese Kosten im Einzelnen spezifizieren. Erfahrungen haben in solchen Fällen gezeigt, dass man mit einem Schätzwert von 1,5% der Nettoinvestitionskosten eine recht gute Näherung erhält. In einem Zeitraum von 20 Jahren sollte man dabei aber berücksichtigen, dass dieser Wert inflationsbedingt um insgesamt circa 50% steigt. Die Finanzierungskosten ergeben sich aus den Kreditkonditionen. Die Installationskosten einer Fotovoltaikanlage können im Jahr ihrer Anschaffung nicht komplett berücksichtigt, sondern müssen über eine 20-jährige Betriebszeit verteilt abg
eschrieben werden.
Die sorgfältige Berechnung der Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlagen ist nicht nur für die entsprechende Finanzierungen wichtig, sie kann auch helfen, die richtige Anlage für die eigenen Zwecke auszuwählen. Nicht zuletzt zeigen eigene Berechnungen, wie seriös die Anbieter derartiger Anlagen bei ihrem Beispielrechnungen in ihrer Werbung vorgehen, wie seriös mithin der jeweilige Anbieter ist.
Nimmt man all diese Punkte zusammen, ergibt sich eine recht aufwendige und nicht ganz unkomplizierte Berechnung. Mit dem Programm PVProfit (nun erhältlich in der Version 2.0) bringt die solid GmbH ein Berechnungswerkzeug auf den Markt, mit dessen Hilfe die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen nach den eben genannten Kriterien ermittelt werden kann. Berücksichtigt werden auch steuerliche Aspekte. Zudem können auch andere Fördermodelle als das EEG berücksichtigt werden. Natürlich lassen sich alle Berechnungen auch „von Hand" ausführen, doch ist die Arbeit mit einem entsprechenden Programm wesentlich komfortabler und weniger fehleranfällig. Der Preis von 79,90 EUR erscheint vor diesem Hintergrund nicht zu hoch.
Autor: Jürgen Brück
 J_Brueck
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