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Thema Windenergie vom 13.03.2006 @ 09:31:55 CET


Back to the roots - Mit Windenergie über die Weltmeere


So mancher Nostalgiker bekommt feuchte Augen, wenn bei entsprechenden Veranstaltungen alte Windjammer an ihm vorbeiziehen. 4.000 Quadratmeter Segelfläche sind hier nicht selten und sie verhelfen diesen Schiffen zu einer ganz ordentlichen Geschwindigkeit - solange keine Flaute herrscht. Heutzutage bestimmen leistungsstarke Motoren das Geschehen auf den Weltmeeren. Doch das könnte sich schon bald wieder ändern.

Eine Kombination aus Wind- und Motorkraft soll dafür sorgen, den Treibstoffverbrauch der Ozeanriesen deutlich zu verringern und auch den Ausstoß schädlicher Emissionen zu vermindern. Bereits im nächsten Jahr wird ein erster Frachter, der sich mithilfe dieser Technologie fortbewegt, in Dienst gestellt werden. „Windenergie ist auf hoher See unschlagbar und steht als kostengünstigste Antriebsquelle in großen Mengen zur Verfügung," meint Niels Stolberg von der Reederei Beluga, die den Frachter in Auftrag gegeben hat, und fügt hinzu: „Wir sind davon überzeugt, dass das System die Frachtschifffahrt revolutionieren wird."
Aber wie sieht dieses revolutionäre System nun genau aus? Lange Masten und in den Wanten kraxelnde Matrosen wird es nicht geben. Für den Antrieb soll vielmehr ein großer Zugdrachen, der eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Gleitschirm aufweist, sorgen. Dieser Drachen ist mit einem Zugseil mit dem Schi

ff verbunden und wird über eine Steuergondel navigiert. Ein spezielles „Routing System“ soll zudem dafür sorgen, dass die Frachtschiffe, die mit dem neuen Drachenantrieb ausgestattet sind, analog zu den historischen Routen großer Frachtensegler ihren Weg finden und immer genug Wind für den Zugdrachen zur Verfügung steht.

Nach Aussage der SkySails GmbH, die das neue Antriebssystem entwickelt hat, können die Treibstoffkosten so, abhängig von den tatsächlichen Windverhältnissen und der erreichten Einsatzdauer, zwischen 10-35% gesenkt werden. Herrschen optimale Windbedingungen, lässt sich eine Ersparnis von bis zu 50% erreichen. Dabei verursache ein SkySails-Antrieb pro KWh Antriebsleistung nur ca. 1/3 der Kosten im Vergleich zu einem herkömmlichen Schiffsdiesel. Schließlich könnte die Schifffahrt bei einer konsequenten Nutzung dieser Technologie jährlich insgesamt 146 Millionen Tonnen CO2 einsparen.

Wie effektiv der neue Antrieb wirklich arbeitet, wird sich sicherlich erst während des täglichen Einsatzes zeigen. Es bleibt aber zu hoffen, dass er die hohen Erwartungen erfüllt.

Autor: Jürgen Brück
Bild: SkySails GmbH & Co. KG

J_Brueck













     
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