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Thema Geothermie/ Wärmepumpen vom 02.03.2006 @ 21:24:46 CET

Größtes Geothermie-Kraftwerk für Brandenburg

Aktuelle Geothermie News Spätestens seit dem rasanten Anstieg der Erdöl und -gaspreise vor allem im letzten Jahr ist klar, dass die energiepolitische Zukunft nicht in diesen Rohstoffen zu finden ist. An den erneuerbaren Energien kommt niemand mehr vorbei. Eine wichtige Rolle dabei kann der Geothermie zukommen.

Laut einer Studie, die der Deutsche Bundestag in Auftrag gegeben hat, ist das Potenzial der Geothermie auch hierzulande enorm. Theoretisch könnte mit der Wärme aus den tiefen Gesteinsschichten die Hälfte des deutschen Strombedarfs gedeckt werden. Es bedarf hier allerdings noch einer Menge Grundlagenarbeit, um die Kosten so gering wie möglich halten zu können und Regionen zu bestimmen, die sich für diese Form der Energiegewinnung auch wirklich eignen. Hier setzt die Arbeit des Geothermiezentrums Bochum (GZB), zu dem sich in vergangenen Herbst die RWTH Aachen und die FHs Bochum und Gelsenkirchen zusammengeschlossen haben. Weitere Unterstützung findet das Zentrum bei der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW.

Ein erstes großes Projekt will man gemeinsam mit der ENRO-Gruppe aus Essen anpacken. Dabei geht es um den Bau eines geothermischen Kraftwerksparks, der aus Einzeleinheiten von jeweils 2-3 MW Leistung besteht. Insgesamt soll das Kraftwerk dann ungefähr 25 MW elektrisch installierter Leistung erbringen. Verwirklicht werden soll das Projekt in Nordostdeutschland in der Nähe von Eberswalde.

Hier findet man die geeigneten Bedingungen für das Kraftwerk vor: gesteinsphysikalische Eigenschaften, die das Zirkulieren großer Wassermengen gestatten, Gesteinstemperaturen von über 150 Grad und geologische Formationen mit großräumiger und gleichmäßiger Verteilung. Diese Bedingun gen findet man am geplanten Standort in Brandenburg in ca. 5000 Meter Tiefe vor.

Das Kraftwerk soll nach der so genannten Enhanced Geothermal Systems (EGS)-Technologie arbeiten, d.h., dass zunächst das normalerweise für Wasser undurchlässige Gestein durch Einpressen von Wasser unter hohem Druck „aufgebrochen" wird. Auf diese Weise bildet sich dann ein Wärmeaustauschsystem im Gestein, das man für die Energiegewinnung nutzen kann. Pro stromerzeugende Einheit benötigt man in diesem System drei Bohrungen. In zwei Bohrungen wird das erhitzte Wasser wieder ans Tageslicht befördert und treibt Turbinen zur Stromerzeugung an, durch die dritte Bohrung kann man das abgekühlte Wasser wieder zum heißen Gestein leiten.

Ein sehr ähnliches Projekt wird derzeit in Australien umgesetzt. Auch dort sind Geophysiker des GZB mit von der Partie. Wenn also das Brandenburger Projekt in die Umsetzungsphase geht, wird man bereits auf einige praktische Erfahrungen zurückgreifen können. Auf jeden Fall wird sich dann zeigen, welches Potenzial wirklich in der Geothermie steckt und ob sich die Prognosen der Bundestagsstudie als richtig erweisen.

Autor: Jürgen Brück

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