Thema Energiesparendes Bauen vom 09.02.2006 @ 18:57:43 CET
Aus dem Altbau ein Niedrigenergiehaus machen
Gerade in Zeiten steigender Energiepreise und schwindender Ressourcen schauen viele Hausbesitzer sorgenvoll auf die Energiebilanz ihrer Domizile. Insbesondere Häuser, die bis zu den 80er Jahren gebaut wurden, erweisen sich hier als wahre Energieschleudern. Bei ihnen entweicht an alle Ecken und Enden ungewollt Energie. Mit gezielten Sanierungsmaßnahmen kann man aber auch aus einem Altbau ein Niedrigenergiehaus machen.
Eine Studie des Instituts Wohnen und Umwelt (IWU) zeigt auf, wo in bestehenden Gebäuden die meiste Energie verloren geht. Dazu betrachteten die Experten ein typisches Einfamilienhaus, wie es in den 70er und 80er Jahren gebaut wurde. Man ging dabei von einem freistehenden Objekt mit einer Wohnfläche von 196 Quadratmetern aus. Für ein solches Haus müssen jährlich zum Heizen und für die Warmwasserbereitung ca. 185 Kilowattstunden pro Quadratmeter ausgegeben werden. Dabei entfällt der Bärenanteil von 29% auf veraltete Heiztechnik. Unzureichende Dämmung der Außenwände bringt einen weiteren Verlust von 19%, einfache Isolierverglasung sowie Fensterführung schlagen mit je 17% zu Buche. 6% der Energie entschwindet durch ein ungenügend gedämmtes Dach. Durch entsprechende Sanierungsmaßnahmen kann nun der Energieverbrauch um satte 70% gesenkt werden.
Im Zentrum steht hier natürlich eine neue Heizungsanlage. Eine Erdgasbrennwert- oder auch Holzpelletanlage in Verbindung mit einer Solarwärmeanlage kann hier schon einmal ein kleines Wunder vollbringen. Doch die beste Heizanlage bringt nur wenig, wenn die Isolierung nicht gut funktioniert.
Die Fenster sind in Altbauten das größte Wärmeleck. Obwohl bereits die lange verwendeten Doppelverglasungen 50 Prozent weniger Wärme durchlassen als einfach verglaste Fenster, können moderne Wärmeschutzfenster die Energieverluste noch einmal um die Hälfte reduzieren. Viel Wärme geht auch durch die Außenwände verloren. Es gibt verschiedene Arten der Dämmung. Bei Putzfassaden können beispielsweise Dämmstoffplatten auf den vorhandenen Außenputz geklebt und gedübelt und dann anschließend wieder verputzt werden. Es lässt sich auch eine so genannte hinterlüftete Vorhangfassade errichten. Sie besteht aus einer Unterkonstruktion, einem Dämmstoff, der darauf montiert und später wieder verkleidet wird. Bei Klinker- oder Fachwerkfassaden, erst recht bei denkmalgeschützten Gebäuden, ist eine Außendämmung nicht möglich. In diesen Fällen ist eine Innendämmung erforderlich, die besonders sorgfältig ausgeführt werden muss, um eine Durchfeuchtung des Mauerwerks zu verhindern.
Kellerdecken und Dachböden lassen sich recht einfach mit Dämmstoffplatten isolieren. Eine besonders elegante und effiziente Methode, das Dach zu isolieren, ist die Aufsparrendämmung. Hier wird eine Dämmschicht zwischen die Dachsparren und die Ziegel angebracht. Allerdings ist dieses Verfahren auch recht kostspielig, Günstiger wird es, wenn man die Dämmplatten zwischen die Dachsparren montiert.
All diese Maßnahmen sind natürlich mit einigem Aufwand (auch finanzieller Art) verbunden und wollen auf jeden Fall sorgfältig geplant werden. Eine falsche Dämmung bringt gar nichts und kann im schlimmsten Fall sogar einigen Schaden anrichten. Insgesamt rechnen sich solche Maßnahmen aber doch, denn deutliche Einsparungen bei den Energiekosten amortisieren die Ausgaben schon nach einer überschaubaren Zeit.
Autor: Jürgen Brück
 J_Brueck
Ähnliches im Wissensbereich:
|