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 | Thema Erneuerbare Energie vom 23.06.2005 @ 22:22:38 CEST
Peking plant zweite Weltkonferenz über erneuerbare Energien
China übernimmt ein Jahr nach der von Deutschland organisierten Weltkonferenz für erneuerbare Energien die Rolle des Gastgebers für die Nachfolgeveranstaltung. Wie die WELT in Peking erfuhr, will die Staatliche Reform- und Entwicklungskommission (NDRC) Vertreter von mehr als 100 Ländern im November in die Hauptstadt einladen. Die Planung dazu liege dem Staatsrat zur Entscheidung vor. Peking hat das Datum noch nicht bestätigt...
Chinas Vorbereitungen laufen in enger Abstimmung mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). BMZ-Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und Umweltminister Jürgen Trittin hatten Anfang Juni in Berlin die Durchführung einer Folgekonferenz gemeinsam mit der chinesischen Regierung begrüßt. Auf ihr sollen die bisherigen Fortschritte überprüft werden. Im Juni 2004 hatten sich Regierungsvertreter aus 154 Staaten und Gebieten in Bonn verpflichtet, erneuerbare Energien verstärkt zu fördern. Überraschend sagte Peking dabei zu, alternative Energieformen besonders stark auszubauen.
Chinas Volkskongress hatte jüngst sein erstes Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien verabschiedet. Es wird im Januar 2006 in Kraft treten. Dann sollen auch die Einspeisetarife festgelegt werden. Zugleich hat das Reformministerium ein neues, für die gesamtwirtschaftliche Planung zuständiges Energiebüro einrichten lassen. Novum in der chinesischen Politik ist die Querschnittsrolle des Energiebüros. In seinem Aufsichtsgremium sitzt eine Gruppe aus zwölf Ministern des Staatsrats. Zur Ernüchterung vieler Energiepolitiker und deutscher Grüner hat die Pekinger Regierung aber deutlich gemacht, dass erneuerbare Energien für sie nur Mittel zum Zweck sind, um den Bedarf ihres Landes zu sichern. Der Bau neuer Atomkraft- und großer Wasserkraftwerke hat für Peking ebensolche Priorität wie Windkraft, Biomasse oder Solarenergie.
Wirtschaftlicher Hintergrund sind die Stromengpässe. Sie zwingen Peking auch diesen Sommer wieder zur Abschaltung von Tausenden Fabriken und machen das Land von Importöl immer abhängiger. Peking will auch von Technologietransfers profitieren. Bei der Photovoltaik (PV) kam China vergangenes Jahr als Exporteur von PV-Modulen nach Deutschland auf einen Umsatz in zweistelliger Millionen-Euro-Höhe.
Bei der Bonner Konferenz hatte China zugesagt, bis 2020 erneuerbare Energien auf 121 Gigawatt (zwölf Prozent der Stromversorgung) zu vervielfachen. Allein für die Windkraft bedeutet das, dass China von derzeit einem Gigawatt Leistung seiner Windkraftanlagen auf 20 Gigawatt kommen will. In der Provinz Hebei sind Windparks mit 1000 Megawatt geplant. Windräder werden einen Durchmesser von 100 Metern erhalten. Im Mai holte Peking alle Provinzen zur "Windkonferenz" zusammen und schrieb ihnen einen Standortplan zur Windstromerzeugung vor.
Die Veranstalter der Pekinger Konferenz hoffen, dass das derzeit noch wenig beachtete Thema "erneuerbare Energien" künftig Teil der nachhaltigen Entwicklung wird, wie sie auf den UN-Umweltkonferenzen diskutiert wurde. In Peking soll auch die Weltbank eine größere Rolle spielen. Diese hatte bereits zugesagt, jährlich um 20 Prozent steigende Finanzierungsmittel bereitzustellen.
Quelle: fona
 Redaktion
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