 | Thema Fahrzeuge & Mobilität vom 14.03.2008 @ 09:09:44 CET
Lithium-Ionen-Batterien oder Brennstoffzellen?
Nach jüngsten Meldungen haben verschiedene Automobilkonzerne ihr Interesse an der Lithium-Ionen-Technik neu entdeckt. Wie das Wall Street Journal am 5. März berichtete, sprachen sich Vertreter von GM und Toyota am Rande des Genfer Autosalons für Li-Ionen-Akkus aus und kritisierten demgegenüber die Brennstoffzellentechnik. Zudem verkündete Renault mit seinem Allianzpartner Nissan, an dieser Technik forschen zu wollen und Daimler kann bereits erste Erfolge vorweisen…
Die jüngste technische Entwicklung könnte der Batterietechnik neuen Schwung geben und die Brennstoffzellentechnik zur Seite drängen. GM-Vizepräsident Bob Lutz soll in Genf gegenüber Journalisten erklärt haben, jüngste Erfolge in der Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien deuteten darauf hin, dass zukünftige Elektrofahrzeuge in der Lage sein könnten, 500 Kilometer zu fahren, bevor sie wieder aufgetankt werden müssten. Die Börsenzeitung zitiert Lutz mit den Worten: „Wenn wir Lithium-Ionen bis auf 500 km kriegen, dann musst Du Dich doch fragen, wozu Du Brennstoffzellen brauchst?“ In ähnlicher Weise wie Lutz soll auch Katsuaki Watanabe, Präsident von Toyota, bei anderer Gelegenheit in Genf auf die hohen Kosten von Brennstoffzellen und die fehlende Wasserstoffinfrastruktur verwiesen haben. Watanabe solle weiterhin gesagt haben, dass ihm diese Faktoren den Eindruck vermitteln, dass „es schwierig wird, die Ausbreitung von Brennstoffzellen innerhalb von zehn Jahren zu sehen.“
Die Daimler AG scheint hier bereits etwas weiter zu sein, denn nach eigener Aussage ist ihr bei der Entwicklung der Batterietechnik ein
entscheidender Durchbruch geglückt. Wie die Stuttgarter in einer Meldung Ende Februar 2008 verkündeten sei es ihnen als weltweit erstem Hersteller gelungen, die bislang überwiegend in der Consumer-Elektronik eingesetzte Lithium-Ionen-Technik auf den Automobilbereich abzustimmen. Als entscheidenden Entwicklungsschritt gelte die Integration der Hochleistungsbatterie in den Klimakreislauf des Fahrzeugs, weil der Energiespeicher dadurch stets bei einer optimalen Systemtemperaturen (15 bis 35 °C) arbeiten könne, was die Lebensdauer und auch die Leistungsfähigkeit verbessere. Thomas Weber, Mitglied des Vorstands der Daimler AG (s. Foto), erklärte: „Damit haben wir eine wegweisende Schlüsseltechnologie in der Hand, die erfolgsbestimmend für die Zukunft der Automobilindustrie ist.“
Die Lithium-Ionen-Technik, auf die Daimler 25 Patente angemeldet hat, ermöglicht gegenüber der bisherigen Nickel-Metallhydrid-Technik eine wesentlich kompaktere Bauweise. Das Leistungsgewicht der Gesamtbatterie liegt bei 1900 W/l. Zum ersten Serieneinsatz soll die neue Technik bei Daimler im nächsten Jahr im Mercedes-Benz S400 BlueHybrid kommen.
Autor: Sven Geitmann, Foto: Daimler AG
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